Fahrpreise

BVG und S-Bahn: Das kosten die Tickets ab Januar 2027

Fast vier Prozent mehr für Bus, Bahn und Regionalzug in Berlin und Brandenburg. Die ersten Preisvorschläge liegen vor – ein beliebtes Ticket bleibt aber verschont.

5 Min
Eine Straßenbahn der BVG hält am Hauptbahnhof. Hier kann man in DB-Züge und die S-Bahn umsteigen. VBB-Tickets gelten auch dort.

Eine Straßenbahn der BVG hält am Hauptbahnhof. Hier kann man in DB-Züge und die S-Bahn umsteigen. VBB-Tickets gelten auch dort.

© Lukas Schulze/dpa

Bus- und Bahnfahrten werden teurer. Zum 1. Januar 2027 steigen wieder einmal die Fahrpreise in Berlin und Brandenburg. Wer mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der S-Bahn Berlin oder anderen Unternehmen unterwegs ist, muss im Durchschnitt fast vier Prozent mehr zahlen als heute. Jetzt wurden erste Preisvorschläge bekannt.

Zwei gute Nachrichten zeichnen sich ab. Zum einen werden die Tarife weniger stark steigen als in den vergangenen Jahren. Und offenbar wollen die Planer darauf verzichten, den beliebten Einzelfahrausweis Berlin AB noch weiter zu verteuern.

Wer in Berlin den Nahverkehr nutzt, soll auch im nächsten Jahr vier Euro zahlen. Offenbar gilt der Preis als ausgereizt. Schließlich hat sich der Tarif in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast verdoppelt.

Auch Fahrten zum Flughafen BER kosten mehr Geld

Andere Tickets sollen dagegen teurer werden. So sieht das Konzept vor, den Preis des Fahrscheins für Berlin und das angrenzende Umland auf 5,20 Euro zu erhöhen. Damit wird auch für Fahrten zwischen dem Stadtgebiet und dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ab Januar mehr Geld fällig. Derzeit kostet das Einzelticket Berlin ABC 5 Euro.

Der Preis der 24-Stunden-Karte für das Stadtgebiet Berlin soll nach Informationen der Berliner Zeitung von Januar an 11,50 Euro betragen. Momentan werden dafür 11,20 Euro fällig.

Beliebt ist auch die Vier-Fahrten-Karte. Viele Menschen, die sich nicht mit einem Abonnement binden wollen, nutzen das praktische Rabatt-Ticket für Gelegenheitsfahrten. Die Sammelkarte für Berlin AB soll im kommenden Jahr 13,20 Euro kosten. Derzeit kostet sie 12,40 Euro.

Regionalexpresszug in Berlin. Nahverkehrstickets gelten auch für diesen Verkehr.

Regionalexpresszug in Berlin. Nahverkehrstickets gelten auch für diesen Verkehr.

© Rainer Weisflog/Imago

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Auch wer trotz des Deutschlandtickets weiterhin die Umweltkarte nutzt, muss in Zukunft mehr zahlen. Nach Informationen der Berliner Zeitung ist für das übertragbare Ticket, mit dem man abends und am Wochenende weitere Fahrgäste gratis mitnehmen darf, als neuer Tarif 117,20 Euro im Gespräch. Derzeit beträgt der Monatspreis 113 Euro.

Die Fahrpreise gelten nicht nur für die BVG und die S-Bahn, sondern für den ganzen Nahverkehr in beiden Ländern – auch für Regionalzüge.

Die Preistabellen sind noch nicht beschlossen. Die Beiräte des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) werden demnächst über die geplanten Veränderungen sprechen. Die Entscheidung soll dann noch im September der VBB-Aufsichtsrat treffen. In dem Gremium sind die Bundesländer, die kreisfreien Städte sowie die Landkreise vertreten.

So hoch fiel der Tariferhöhungsindex des VBB diesmal aus

Wie berichtet haben die Planer des flächenmäßig größten Verkehrsverbunds Deutschlands bereits den Index festgelegt, der die „Tarifmaßnahme“ beeinflussen wird. Er fließt in die Berechnungen ein, in welchem Maße die einzelnen Fahrpreise angehoben werden. Der Index gibt an, in welchem Umfang Kraftstoff- und Stromkosten sowie Verbraucherpreise in den vergangenen fünf Jahren gestiegen sind.

Mit 3,72 Prozent fällt die Maßzahl diesmal geringer aus als in früheren Jahren. Deshalb ist die Preissteigerungsrate geringer. Zum Vergleich: Anfang dieses Jahres wurden die VBB-Tarife um durchschnittlich sechs Prozent erhöht. Zum 1. Januar 2025 wurden die Fahrpreise sogar um 7,53 Prozent angehoben. Zum 1. Januar 2024 betrug die Steigerungsrate immerhin 6,7 Prozent.

Parkende Autos in Mitte. Während Tickets für BVG und S-Bahn immer teurer wurden, senkte der Senat den Preis des Anwohnerparkausweises um mehr als die Hälfte.

Parkende Autos in Mitte. Während Tickets für BVG und S-Bahn immer teurer wurden, senkte der Senat den Preis des Anwohnerparkausweises um mehr als die Hälfte.

© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung

Die meisten Pendler nutzen das Deutschlandticket, dessen Preis nicht auf VBB-Ebene, sondern von der Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer festgelegt wird. Als das bundesweit geltende Stammkunden-Angebot im Mai 2023 auf den Markt kam, kostete es 49 Euro pro Monat. Inzwischen werden monatlich 63 Euro abgebucht.

Absehbar ist, dass auch das Deutschlandticket Anfang Januar 2027 teurer wird. Berechnungen, wonach der monatliche Preis um etwas mehr als drei Euro steigen könnte, gelten als realistisch. Jan Görnemann, Geschäftsführer des Geschäftsführer des Bundesverbandes Schienennahverkehr, rechnet mit 66,40 Euro – plus/minus 20 Cent. Die Entscheidung fällt im Herbst 2026, wenn statistische Daten vorliegen.

Fahrgäste werden überproportional belastet

Zugausfälle, massive Verspätungen, Überfüllung und Verwahrlosung würden Preissteigerungen „in keiner Weise“ rechtfertigen, gaben Berliner Verkehrspolitiker in früheren Jahren zu bedenken.

Auch wenn mit dem Deutschlandticket inzwischen ein attraktives Angebot für Vielfahrer vorliegt: Der Berliner Fahrgastverband IGEB und andere Experten kritisieren, dass Nutzer des klimafreundlichen Nahverkehrs unverhältnismäßig stark mit Preissteigerungen belastet werden. Das zeigt ein Vergleich mit früheren Tarifen in Berlin.

Ende 2005 kostete der Einzelfahrausweis für das Berliner Stadtgebiet (Tarifbereich Berlin AB) gerade mal 2,10 Euro. Derzeit werden vier Euro fällig. Für das Einzelticket Berlin ABC wurden vor 21 Jahren 2,60 Euro verlangt. Auch dieser Tarif wurde fast verdoppelt. Die Tageskarte Berlin AB kostete 5,80 Euro, die Umweltkarte für Berlin 67 Euro.

Parkvignette für Anwohner wurde 2008 viel billiger

Bei den Parkgebühren in Berlin ergibt sich ein anderer Trend. Zwar werden Kurzzeitparker vielerorts stärker zur Kasse gebeten als früher. Doch der Anwohnerparkausweis gilt im internationalen Preis weiterhin als billig. 2008 wurde der Preis sogar gesenkt. Kostete die Parkvignette für zwei Jahre bisher 51,10 Euro, sind es seitdem 20,40 Euro.

Die CDU/SPD-Koalition wollte die Parkraumbewirtschaftung reformieren, aber es kam nicht dazu.

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