Kultur

Er leitete zwei Orchester in Ostdeutschland: Dirigent erhält wichtigen internationalen Kulturpreis

Der Praemium Imperiale 2026 ehrt fünf Künstler. Cate Blanchett gehört dazu, ebenso ein Dirigent, der in Leipzig und Dresden tätig war.

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Herbert Blomstedt dirigierte das Gewandhausorchester in Leipzig und die Staatskapelle in Dresden.

Herbert Blomstedt dirigierte das Gewandhausorchester in Leipzig und die Staatskapelle in Dresden.

© Jan Woitas/dpa

Der japanische Kulturpreis Praemium Imperiale 2026 ist am achten September in Berlin und weiteren Metropolen bekanntgegeben worden. Geehrt werden fünf Künstlerinnen und Künstler.

Die australische Schauspielerin Cate Blanchett wird neben dem schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt, dem in New York und Berlin lebenden Architekten Daniel Libeskind, der US-Künstlerin Jenny Holzer und den britischen Bildhauer Andy Goldsworthy von der Japan Art Association ausgezeichnet.

Praemium Imperiale 2026: Was der Kulturpreis bedeutet

Jeder Preis ist mit 15 Millionen Yen dotiert, aktuell rund 80.500 Euro. Verliehen wird der Praemium Imperiale im Oktober in Tokio durch das japanische Kaiserhaus.

Die Japan Art Association vergibt den Preis seit 1989. Nach Angaben der Organisatoren wurden seither 185 Künstlerinnen und Künstler aus 35 Nationen ausgezeichnet. Die Preise verteilen sich auf fünf Sparten: Malerei, Skulptur, Architektur, Musik sowie Theater und Film.

Die Vorschläge kommen aus sechs Nominierungskomitees in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA. In Deutschland leitet der frühere Goethe-Institut-Präsident Klaus-Dieter Lehmann das Gremium, in den USA die frühere US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton.

Cate Blanchett: Zwei Oscars und aktuell auf der Bühne in London

In der Kategorie Theater und Film geht der Preis an Cate Blanchett. Bekannt ist sie aus Filmen wie „Carol“ und „Aviator“, und sie hat bereits zwei Oscars gewonnen.

Derzeit steht Blanchett gemeinsam mit ihrer deutschen Kollegin Nina Hoss in London auf der Theaterbühne. Die beiden drehten zusammen den Film „Tár“ über die Dirigentin eines Spitzenorchesters.

Die Japan Art Association würdigt Blanchett auch als Produzentin und für ihr gesellschaftliches Engagement.

Herbert Blomstedt: Mit 99 einer der dienstältesten Dirigenten

Der Schwede Herbert Blomstedt gilt als einer der dienstältesten Dirigenten der Welt. Laut der Würdigung wird er für die Tiefe und Ausgewogenheit seiner Interpretationen verehrt.

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In Deutschland war Blomstedt bis 2005 Gewandhauskapellmeister in Leipzig, zuvor leitete er die Staatskapelle Dresden.

Der Architekt Daniel Libeskind ist für seine markante, asymmetrische Formsprache bekannt. Den Durchbruch brachte ihm das Jüdische Museum in Berlin mit seiner gezackten Form und den dunklen Betonschächten.

Nach dem Sieg im Architekturwettbewerb gründete Libeskind 1989 sein Studio in Berlin. 2003 verlegte er seinen Sitz nach New York, als er zum Masterplaner für den Wiederaufbau des World Trade Center und von Ground Zero ernannt wurde.

Die US-Künstlerin Jenny Holzer gilt als führende Vertreterin der Written Art. Mit eindringlichen Sätzen auf LED-Bändern, Plakaten und Fassaden bringt sie ihre politische Textkunst in den Alltag der Menschen. In Berlin sind ihre Arbeiten unter anderem in der Neuen Nationalgalerie und im Reichstagsgebäude zu sehen.

Der Brite Andy Goldsworthy zählt laut der Japan Art Association zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Bekannt ist er für dauerhafte Landschaftsprojekte ebenso wie für vergängliche Werke, die er bewusst der Veränderung durch die Natur überlässt.

Nachwuchspreis für La Source Garouste

Neben den fünf Hauptpreisen vergibt der Praemium Imperiale einen Nachwuchspreis, den „Grant for Young Artists“. Er ist mit 5 Millionen Yen dotiert, rund 27.000 Euro.

In diesem Jahr geht er an die französische Initiative La Source Garouste, die sozial benachteiligte Kinder mit Angeboten für Kunst und Kreativität fördert.

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