Wirtschaftskrise

„Wir wirtschaften nicht in Bullerbü“: Unternehmer fordern von Merz Neustart

Auf dem Unternehmertag geht die Ostwirtschaft mit der Politik hart ins Gericht: zu wenig, zu spät, zu langsam. Man fordert neue Konzepte von Kanzler Merz – und der SPD.

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Burkhardt Greiff ist Sprecher der ostdeutschen Unternehmerverbände: „Wir wirtschaften nicht in Bullerbü.“

Burkhardt Greiff ist Sprecher der ostdeutschen Unternehmerverbände: „Wir wirtschaften nicht in Bullerbü.“

© Hochstätter/BLZ

Für Burkhardt Greiff geht es „um die Wurst“: Der Sprecher der ostdeutschen Unternehmerverbände wartet seit über einem Jahr vergeblich auf die von Kanzler Friedrich Merz versprochenen Wirtschaftsreformen – also wirksame Reformen. Professor Joachim Ragnitz „sieht schwarz“ angesichts der hohen Energiepreise: Der Ifo-Ökonom aus Dresden bangt um das Überleben des mitteldeutschen Chemie-Dreiecks. Und sein Professorenkollege Alexander Kritikos vom DIW findet es erschreckend, dass nun auch schon Bundesminister lustige Anekdoten über skurrile Bürokratie-Regeln erzählen – wo sie diese doch endlich abschaffen sollten, anstatt darüber kopfschüttelnd zu lachen.

Auf dem ostdeutschen Unternehmertag in Potsdam ging es zwei Tage nach der Wahl in Sachsen-Anhalt heftig zur Sache. Zwar bekam die brandenburgische Wirtschaftsministerin Martina Klement (SPD) höflichen Applaus für ihre Rede, aber ihre Ausführungen zum Bürokratie-Abbau, den man angehen und prüfen wolle, oder zur Digitalisierung, die man in der Verwaltung aufbauen müsse, lassen Glaubwürdigkeit vermissen: Für „müssen“, „prüfen“ und „wollen“ war bereits genug Zeit. Nun schreiben wir das Jahr 2026 und die analoge deutsche Bürokratie kriecht weiter im Schneckentempo vor sich hin.

Im Osten haben Unternehmer kein Verständnis mehr für lahme Politik, leere Versprechungen oder unerlässliche Koalitionszwänge. Burkhardt Greiff: „Viele Unternehmer haben keine rentable Perspektive mehr für ihren Betrieb.“

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