Soziologie

Ramona Wuttig: „Es wird über Ostdeutsche statt mit Ostdeutschen gesprochen“

Ramona Wuttig wuchs bei ihren Großeltern in einem thüringischen Dorf auf, ohne warmes Wasser. Heute erklärt sie, warum der Aufstieg so selten gelingt.

Max Kühlem
Max Kühlem
6 Min
Ramona Wuttig: „Ostdeutsche werden in den Medien oft mit irgendeiner Art ‚sächsischem‘ Dialekt als rückständig und dümmlich inszeniert.“

Ramona Wuttig: „Ostdeutsche werden in den Medien oft mit irgendeiner Art ‚sächsischem‘ Dialekt als rückständig und dümmlich inszeniert.“

© Mara Stöhr

„Arm, ostdeutsch, Arbeiterkind“, so heißt das Buch von Ramona Wuttig, das jetzt bei Rowohlt erschienen ist, im Untertitel. Dass ein Kind, das in Armut und in einem Arbeitermilieu aufwächst, in der deutschen Gesellschaft noch immer längst nicht dieselben Aufstiegschancen hat wie ein reiches Akademikerkind, sollte hinlänglich bekannt sein.

Interessant ist, dass die 1991 Geborene auch ihr Aufwachsen im thüringischen Eßleben thematisiert, ihre Geschichte eines Aufstiegs gegen die Umstände also aus ostdeutscher Perspektive erzählt. Für sie ist klar: diese Herkunft bedeutet eine weitere Benachteiligung. Und sie setzt ihre Feststellungen nicht nur in Buchform in die Welt, sondern auch sehr erfolgreich in den Sozialen Medien, gut 40.000 Menschen folgen ihr bereits auf Instagram.

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