Mode

Saruul Fischer macht voll in Kaschmir: Designerin eröffnet neues Atelier in Plauen

Weil der Platz im kleinen bisherigen Atelier längst nicht mehr ausgereicht hat, hat sie nun ein spannendes neues Domizil in einem besonderen Haus in Plauen gefunden.

4 Min
Saruul Fischer (r.) und ihre Assistentin Melanie Sarfert mit frischer Kaschmirwolle im neuen Atelier. Dieses ist teilweise im Stil eines Jurten-Unterbaues gestaltet.

Saruul Fischer (r.) und ihre Assistentin Melanie Sarfert mit frischer Kaschmirwolle im neuen Atelier. Dieses ist teilweise im Stil eines Jurten-Unterbaues gestaltet.

© Ingo Eckardt

So ein bisschen sieht es beim Verlassen des Fahrstuhls noch wie eine Baustelle aus. Der Eingangsbereich wird gerade gestaltet, damit die Kunden beim Betreten des Atelierflures künftig darauf eingestimmt werden, was sie hinter der nächsten Tür erwartet. Ein kleiner Tisch steht in der Ecke unter dem hohen Fenster, zwei Stühle und ein Glas, in dem einige Blüten stecken, auf dem Tisch. Natürlich gibt es auch hier schon Wolle zu entdecken – besonders weiche Wolle, um genau zu sein.

Es ist der Eingangsbereich zu Saruul Fischers neuem Atelier in der Plauener Weststraße. Unter dem Label Edelziege ist die Mongolin im vogtländischen Plauen seit 18 Jahren mit Kollektionen aus Kaschmirwolle präsent. Reichte früher ein kleines Büro mit angegliedertem Atelier, um Entwürfe zu gestalten und Kollektionen zu entwickeln, die dann von Produktionsbetrieben in Saruul Fischers alter Heimat hergestellt wurden, hat sich das Geschäft seit der Corona-Krise gewandelt.

„Wir machen zwei jährliche Kollektionen - eine für den Sommer und eine für den Winter. Unser Kundenkreis und Portfolio wächst stetig und hat sich erheblich verändert. Früher haben wir nur den Einzelhandel beliefert. In Pandemie hat sich alles verschoben, der klassische Innenstadt-Einzelhandel ging zurück, B2B-Messen wurden immer teurer. So haben wir darauf gesetzt, den Endkunden direkt zu uns einzuladen“, sagt die kreative Geschäftsfrau, die als Tochter eines mongolischen Dolmetschers 1986 in die DDR kam.

Atelier als Safespace hoch oben über den Dächern Plauens

Zwar gebe es nach wie vor Kooperationen mit anderen Labels, allerdings brauchte die Designerin für ihre Kundenevents einfach attraktivere Räume und fand diese in der Innenstadt Plauens in der dritten Etage der früheren SchmidtBank-Filiale – hoch über den Dächern der Spitzenstadt quasi. Wo sich früher Bankmanager gegenseitig ihre Erfolge verkauften, verkauft nun Saruul Fischer. Und zwar Mode aus feinstem Kaschmir. Die Preise sind dementsprechend gehoben. Aber dafür erhalten die Kundinnen und manchmal auch die Kunden, die zu einem der Unisex-Teile ihrer Kollektion greifen, besonders hochwertige Ware.

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Saruul Fischer in ihrem neuen Atelier in Plauen. Die Kaschmirziegen und die Produktion ihrer hochwertigen Produkte sind in ihrer alten Heimat, der Mongolei, angesiedelt.

Saruul Fischer in ihrem neuen Atelier in Plauen. Die Kaschmirziegen und die Produktion ihrer hochwertigen Produkte sind in ihrer alten Heimat, der Mongolei, angesiedelt.

© Ingo Eckardt

Man habe in dem neuen Atelier einen Safespace geschaffen. Inmitten des Raumes steht luft- und lichtdurchlässig eine Art Jurtenkonstruktion – natürlich ohne die übliche Abdeckung. „Das ist so ein bisschen eine Schatztruhe, in der man erkennen kann, warum es die Marke Edelziege und Kaschmirprodukte gibt“, meint die freundliche Designerin. Im Außenbereich der Holzkonstruktion finden sich neben Bildern der Kaschmirziegen in der Mongolei, die den Grundstoff ihrer Produkte liefern, auch Regale mit Produkten in verschiedenen Größen und Farben, die Arbeitsplätze von ihr und ihrer Assistentin Melanie Sarfert, Umkleidemöglichkeiten für die Kunden und ein Wartebereich für deren Partner.

„Wer zu uns kommt, bekommt nicht nur Ware gegen Geld, das geht bei einem Luxusprodukt wie wir es anbieten, einfach nicht. Die Kunden und Kundinnen bekommen eine Auszeit, richtige Qualitytime. Wir erzählen den Kunden die Geschichte hinter dem Produkt und unsere Philosophie, warum wir in der Mongolei produzieren lassen“, nimmt Saruul Fischer einen Bezug zu ihrem Heimatland, dem sie mit ihrem Tun in Deutschland, in Sachsen, in Plauen ein Stück weit wirtschaftlich auch helfen mag.

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