Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass Angela Merkel ausgerechnet die „Digital X“ in Köln wählte, um ihr politisches Betriebssystem einem Update zu unterziehen. Während um sie herum über Quantencomputer und künstliche Intelligenz debattiert wurde, präsentierte die Altkanzlerin ein Gedächtnis, das eher an eine alte, schreibgeschützte Diskette erinnerte.
Kaum auf der Bühne, distanzierte sie sich mit erstaunlicher Leichtigkeit von der politischen Brandmauer, die sie jahrelang selbst mit hochgezogen hat. „Ich habe das nicht erfunden, ich mag das auch nicht so“, gab sie zu Protokoll, als wäre sie bloß eine zufällige Passantin der deutschen Zeitgeschichte.
Kommentar
Merkels Brandmauer-Amnesie: Erst mitmauern, dann die Verantwortung abschieben
In Köln gab sich die Ex-Kanzlerin als kühle Analytikerin der jünsten AfD-Erfolge und kritisierte das Konzept der Brandmauer. Dabei vergaß sie ihre eigene Rolle als Gemäuer-Architektin.
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Distanzierte Betrachterin: Angela Merkel bei der Digitalmesse Digital X in Köln. Die Brandmauer, an der sie jahrelang mitbaute, mag sie nun nicht mehr.
© IMAGO/Christoph Hardt
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