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Katastrophenschutz

Warum blieb mein Handy beim Warntag stumm? Der Cell Broadcast einfach erklärt

Am 10. September fand der bundesweite Warntag statt. Doch einige Handys bleiben still – dies kann einfache Gründe haben.

4 Min
Der bundesweite Warntag findet an diesem Donnerstag statt.

Der bundesweite Warntag findet an diesem Donnerstag statt.

© Bernd Weißbrod/dpa

Am Donnerstag um kurz nach 11 Uhr haben viele Smartphones in Deutschland laut Alarm geschlagen – zusammen mit dem Hinweis, dass es sich nur um einen Probealarm handelt. Beim bundesweiten Warntag 2026 haben Bund, Länder und Kommunen ihre Warnsysteme getestet. Doch nicht jedes Gerät hat reagiert. Manches Handy blieb einfach stumm.

Das muss kein Defekt sein. Für ein schweigendes Smartphone gibt es mehrere nachvollziehbare Ursachen – von der fehlenden Mobilfunkverbindung bis zu einer deaktivierten Einstellung. Wer wissen will, warum der Alarm ausblieb, kann in wenigen Schritten prüfen, ob das eigene Handy im Ernstfall überhaupt gewarnt würde.

Was beim Warntag 2026 passiert

Der Ablauf ist genau getaktet. Um 11 Uhr verschickte das BBK eine Probewarnung als Warntext über das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS.

Diese Meldung geht zunächst an sogenannte Warnmultiplikatoren, etwa an Rundfunksender und App-Server. Von dort läuft sie zeitversetzt weiter auf die Endgeräte.

So landet die Warnung nach und nach auf Smartphones, in Radios und im Fernsehen. Gegen 11.45 Uhr wird über dieselben Wege wieder Entwarnung gegeben. Doch es gibt mehrere Gründere, warum die Warnung nicht empfangen wird.

Grund 1: Das Handy ist nicht mit Cell Broadcast kompatibel

Vor allem ältere Modelle können die Technik teilweise nicht empfangen. Alle neueren geräte mit dem Betriebssystem-Update für Android (Google) ab Version 11 oder iOS (Apple) ab Version 16.1 sind empfangsfähig. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) führt in einer Liste nahezu alle Geräte auf, die Cell Broadcast unterstützen.

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Grund 2: Die Notfallbenachrichtigung ist deaktiviert

Bei aktuellen, kompatiblen Smartphones ist der Empfang von Cell-Broadcast-Warnungen im Normalfall aktiviert. Allerdings lassen sich je nach Gerät Warnungen niedrigerer Stufen und auch Testmeldungen abschalten. Bei Android findet sich die Option unter „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“, bei Apple unter „Offizielle Warnmeldungen“.

Wichtig: Warnungen der höchsten Stufe sollten in der Regel selbst dann ankommen, wenn Testwarnungen deaktiviert sind. Je nach Softwareversion oder Einstellung kann im Einzelfall trotzdem keine Meldung erscheinen.

Grund 3: Keine Mobilfunkverbindung

Ohne Mobilfunknetz funktioniert Cell Broadcast nicht. Steckt das Handy im Flugmodus oder hängt es nur am WLAN, kann die Warnung nicht zugestellt werden. Ebenso muss der Flugmodus ausgestellt sein, da sonst kein Cell Broadcast empfangen wird.

Cell Broadcast, NINA und Katwarn: Diese Warnkanäle werden getestet

Laut BBK läuft der Probealarm über mehrere Kanäle parallel. Dazu zählen die Warn-Apps NINA und Katwarn sowie das Cell-Broadcast-System, das Warnungen ohne zusätzliche App direkt auf Mobiltelefone schickt. Hinzu kommen Radio, Fernsehen, Internetseiten, digitale Anzeigetafeln und – auf kommunaler Ebene – Sirenen und Lautsprecherwagen.

Ob vor Ort tatsächlich eine Sirene ertönt, ist nicht überall gesagt. Die Teilnahme am Warntag ist für die Kommunen freiwillig. Nicht jede Gemeinde testet also alle Kanäle. Das BBK rät, sich vorab bei der eigenen Kommune zu erkundigen – etwa im Rathaus, beim Bürgerservice oder bei der Feuerwehr.

Berlin und Brandenburg: Wo die Sirenen ein Comeback feiern

In Berlin heulten die Sirenen erstmals seit mehr als 30 Jahren wieder. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz können die Sirenen dem Sender zufolge inzwischen sogar sprechen.

Ganz reibungslos läuft der Ausbau aber nicht: Der Berliner Sirenen-Ausbau liegt weiterhin hinter dem Zeitplan.

Warum es den Warntag gibt – und was 2020 schiefging

Der Warntag verfolgt zwei Ziele: Er soll die technische Warninfrastruktur einer Belastungsprobe unterziehen und zugleich das Wissen der Bevölkerung stärken. Wer die Abläufe kennt, kann im Ernstfall besser reagieren.

Ein Probealarm legt zudem Schwachstellen offen, die danach behoben werden können. An Bedeutung gewinnt das Thema laut tagesschau auch wegen der angespannten sicherheitspolitischen Lage.

Reibungslos war das nicht immer: Der erste Warntag 2020 war von gravierenden Pannen überschattet. Spätere Warntage verliefen nach Angaben der Behörden dagegen weitgehend erfolgreich.

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