Berlin Art Week

Sabine Moritz malt, um herauszufinden, wofür wir leben und sterben

Sabine Moritz steuert dem 15. Berliner Kunstherbst tiefsinnige Malerei über Kunst und Welt bei. Die Kölnerin stammt aus der DDR und ist seit 31 Jahren die Frau des berühmten Malers Gerhard Richter.

9 Min
Sabine Moritz in der Galeriehalle vor „Fragment einer Idylle“ (vierteilig, ein „Quadriptychon“, 2026, Öl auf Leinwand)

Sabine Moritz in der Galeriehalle vor „Fragment einer Idylle“ (vierteilig, ein „Quadriptychon“, 2026, Öl auf Leinwand)

© Galerie Hetzler Berlin/Holger Niehaus

Feuer, Wasser, Erde, Luft. Die vier von Sabine Moritz miteinander vermalten Urelemente der Naturphilosophie verströmen intensiven Ölfarben-Duft. Auf zwei Meter hohen Leinwänden entfalten sie an den kirchenschiffhohen Wänden der Galerie Hetzler in der einstigen Druckereihalle an der Potsdamer Straße eine lebenserschaffende Energie.

Wenn die kleine, zierliche Malerin davorsteht, ist es, als griffen die abstrakten Chiffren in Rot, Gelb, Blau auch nach ihr und zögen sie förmlich hinein in diese Strudel aus Primärfarben, aus denen sich in der klassischen Farbenlehre alle anderen Farben ergeben für das immerwährende Werden, Wachsen, Reifen. Und dann setzte Moritz noch etwas hinzu, das Menschen für gewöhnlich lieber verdrängen – etwas Düsteres: das Vergehen. Asche zu Asche. Staub zu Staub.

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