Tanken

„Hier braucht man keine Kirchenglocken“: So explodieren mittags die Spritpreise in Berlin

Die Preise an den Tankstellen sind so hoch wie nie. Autofahrer weichen nach Polen aus. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke fordert nun eine Spritpreisbremse.

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Pünktlich um 12 Uhr schnellten die Preise in Schöneweide in die Höhe.

Pünktlich um 12 Uhr schnellten die Preise in Schöneweide in die Höhe.

© Katrin Bischoff/Berliner Zeitung

An diesem Sonntagmittag sind alle Zapfsäulen an der Jet-Tankstelle in Schöneweide (Treptow-Köpenick) besetzt. Wenn ein Autofahrer wegfährt, bleibt der Platz nur kurze Zeit frei. Es ist wenige Minuten nach elf Uhr an diesem trüben Tag, an dem der Regen noch in den Wolken ausharrt. Karin Bertz lenkt ihren Kleinwagen an eine der Zapfsäulen, sie tankt Super E10. „Aber nicht voll“, wie die 58-Jährige kurz darauf sagt.

Wie zur Erklärung zeigt sie auf die Tafel mit den leuchtenden Preisangeboten, die an dieser Hauptausfallstraße Berlins steht. „Ist schon Wahnsinn“, ist alles, was ihr dazu einfällt. Der Preis für einen Liter liegt zu dieser Zeit bei 2,209 Euro. Genau, wie an der nebenan liegenden „Zapfstelle“. „Und das ist noch ein Superangebot“, meint Bertz sarkastisch. Knapp 22 Euro wird sie an der Kasse bezahlen.

Einige Autofahrer lenken ihr Auto nach dem Tanken zur Waschstraße. Frank F., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, poliert mit seiner Frau an dem SUV, das die Nassreinigung schon hinter sich hat. Die Felgen des weißen Fahrzeugs glänzen.

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