Literatur

Ben Lerners Roman „Transkription“: Wie wahrhaftig kann ein Deep-Fake-Interview sein?

Ein Smartphone gibt den Geist auf. Ein Interview „muss“ fingiert werden. Ben Lerner erzählt in „Transkription“ gewitzt und verstörend von unserer irren Gegenwart.

4 Min
Einer der großen Schriftsteller aus den USA der Gegenwart: Ben Lerner, dessen neuester Roman „Transkription“ um ein gefaktes Interview kreist.

Einer der großen Schriftsteller aus den USA der Gegenwart: Ben Lerner, dessen neuester Roman „Transkription“ um ein gefaktes Interview kreist.

© Basso Cannarsa/Imago

Für Journalisten ist es der Albtraum, so viel kann ich Ihnen versichern: dass es bei einem Interview Probleme mit dem Aufnahmegerät gibt. Sowieso sind Interviews oft ein Balanceakt. Man möchte als Journalist für die Leser möglichst viel herausholen, möchte, dass die Interviewpartner etwas Erhellendes, etwas Überraschendes, ja, vielleicht sogar etwas Spektakuläres zum Ausdruck bringen, das man (von ihnen) nicht schon dutzendfach woanders gehört oder gelesen hat. Am besten möglichst pointiert und idealerweise auch noch unterhaltsam.

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