Nancy Faesers Statement zur Schließung der deutschen Goethe-Institute in Russland grenzt an eine Erzählung aus einem Paralleluniversum. Die ehemalige Ampel-Innenministerin, die sich mittlerweile in der Arbeitsgruppe für Außenpolitik ihrer SPD-Fraktion versucht, veröffentlichte eine Pressemitteilung, die vor moralischer Entrüstung überquillt.
Man kann hier getrost von einer Form der Realitätsverweigerung sprechen, die in der Berliner Blase zwar Tradition hat, aber selten so unverblümt vorgetragen wurde. Faeser kritisiert die Entscheidung aus Moskau als einen „schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch“. Recht hat sie. Jedoch spart sie in ihrer Empörung schlicht die halbe Geschichte aus.
Kommentar
Faesers selektives Gedächtnis: Bei Russland beginnt die Eskalation immer auf der anderen Seite
Die ehemalige SPD-Innenministerin beklagt die Schließung der Goethe-Institute in Russland. Das Prinzip der Gegenseitigkeit scheint für Faeser eine exklusive russische Erfindung zu sein.
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Die ehemalige SPD-Innenministerin scheint nur die eine Seite der Medaille zu sehen.
© dts Nachrichtenagentur/imago
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