Die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Regierung ebbt nicht ab. Nur 15 Prozent der Deutschen sind laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend mit der Arbeit der schwarz-roten Koalition zufrieden, ganze 84 Prozent sind es nicht. Auch der Kanzler selbst hat massiv an Rückhalt verloren: Gerade einmal 13 Prozent bewerten seine Arbeit positiv – ein historischer Tiefstand.
Gerade nach dem schlechten Abschneiden der CDU in Sachsen-Anhalt wächst zunehmend der Druck auf Merz. Auch in den eigenen Reihen. Harald Schmidt sieht die Lage indes erstaunlich gelassen.
Regierungschefs mit „Problemen bis unters Dach“
„Ich hoffe, dass er die Legislaturperiode übersteht“, sagte der 69-jährige Fernsehmoderator der Deutschen Presse-Agentur und vergleicht Merz’ schwierigen Stand mit dem vieler anderer westlicher Regierungschefs. „Nennen Sie einen Regierungschef, der nicht zu Hause Probleme bis unters Dach hat.“
Wahrscheinlich sei beim zurückliegenden EU-Arktis-Gipfel in Finnland zu jeder Gelegenheit gesagt worden: „Du wirst auch gleich abgewählt, gehen wir einen trinken!“
Besonders die Kritik, dass Merz in einer politisch schwierigen Phase Urlaub eingelegt habe, missfällt Schmidt: „Das ist so kleinkariert. Geht er in Urlaub, heißt es, er war zu lange in Urlaub. Geht er nicht in Urlaub, heißt es, er braucht mal Urlaub.“
In den Augen des Fernsehstars hätten sich Medien längst auf Merz eingeschossen. In einer solchen Situation habe es ein Politiker schwer. An Merz’ Stelle würde Schmidt in die Offensive gehen. Vielleicht könnte es dann für ihn eine Wende zum Besseren geben.
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Für den Entertainer verfehlt die Kritik ihr Ziel. Demnach sage die Fokussierung auf die angebliche Kanzlerkrise vor allem sehr viel über Deutschland aus: „Das sind süße, kleine Themen, die wir uns hier leisten. Das kann nur jemanden beschäftigen, der schon lange keine Nachrichten mehr gesehen hat. Egal auf welchem Endgerät.“
Schmidt wirft einen Blick ins Ausland und verweist auf das Treffen der Brics-Staaten am vergangenen Wochenende in Neu-Delhi. „Wenn ich sehe, mit welch guter Laune sich Putin, Modi und Xi Jinping da die Hand reichen. Und gleichzeitig warnen die KI-Bosse: ‚Ihr Lieben, es könnte früher Schluss sein als gedacht‘“, sagte Schmidt.
Und weiter: „Während wir hier also die Schnuckiputzi-Tour fahren, ist ein Großteil der Welt bereits dabei, sich für die Zukunft zu rüsten.“
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