Egal, wie die Wahl zum Abgeordnetenhaus ausgeht: Eine Schicksalswahl für den Verkehr ist es jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Für ein Thema wie die Mobilität, das jeden Berliner jeden Tag betrifft, war es im Wahlkampf auffällig unterrepräsentiert. Es sah so aus, als fiele den Parteien nichts mehr ein. Große Visionen: Fehlanzeige.
Ein CDU-Wahlplakat wirbt: „Gegen die Pollerisierung!“ Dabei sind nur einige wenige Wohnviertel in der Innenstadt von Pollern betroffen, und die dortigen Grünen-Wähler finden sie meist gut. Die Grünen kalauern: „Schluss mit dem Gegurke. Zuverlässige Öffis.“ Zweifelsohne sehen die Gewürzgurken auf dem Grünen-Plakat lecker aus. Über etwaige Pläne für einen besseren öffentlichen Verkehr verraten sie allerdings nichts.
„Bus & Bahn Preise runter“: Das fordern die Linken. Als wären die Fahrpreise der wichtigste Grund, warum die Mittelschicht die BVG abends und auf bestimmten Linien meidet. Als trügen die Preise und nicht die Verspätungen oder Ausfälle dazu bei, dass Berufstätige lieber zuhause arbeiten. Dank des Deutschlandtickets zahlen Stammkunden viel weniger als früher. Schüler fahren in Berlin gratis. Sollen sie noch Geld geschenkt bekommen? Sind die Tarife wirklich das Problem?
Kommentar
Berlin bekommt die Verkehrspolitik, die es verdient: Stillstand
Keine neue Tramstrecke, kaum neue Radwege, keine neuen Straßen – seit 2023 ist fast nichts passiert. Schuld daran ist aber nicht nur der Senat.
10 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Boxhagener Straße in Friedrichshain: Seit November 2025 fährt hier keine Straßenbahn mehr. Die Strecke wird nie wieder befahren.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*