In Frankfurt sind erneut Menschen an Malaria erkrankt. Betroffen sind diesmal zwei Bewohner des Stadtteils Schwanheim, die rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt wohnen. Beide befinden sich in stationärer Behandlung, die Diagnose sei rasch gestellt worden, teilte das Frankfurter Gesundheitsamt mit.
Bereits im Sommer hatten sich sechs Mitarbeiter des Flughafens infiziert, zwei von ihnen starben. Die aktuell Erkrankten waren nach Angaben der Behörden weder im Ausland noch arbeiten sie am Flughafen. Als Ursache vermutet das Gesundheitsamt Anopheles-Mücken, die mutmaßlich mit einem Flugzeug aus einem Malariagebiet nach Frankfurt gelangten. Die Tiere könnten fünf bis zehn Kilometer weit fliegen. Es handle sich daher wahrscheinlich – wie in den vorangegangenen sechs Fällen – um sogenannte Flughafen-Malaria. Ob ein direkter Zusammenhang zu den früheren Erkrankungen besteht, wird noch geprüft.
Malaria wird ausschließlich über Mücken übertragen, nicht von Mensch zu Mensch.
Amtsleiter: Ausbreitung über mehrere Kilometer geschieht selten
Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, erklärte, dass sich die Mücken nur sehr selten in einem Radius von mehreren Kilometern um einen Flughafen ausbreiteten. „Sie müssen sich vorstellen, wie es Ihnen geht nach einer langen Reise aus einem tropischen Land, dann sind sie erschöpft“, sagte Tinnemann. Zudem sei die Lebensdauer der Insekten kurz.
Anwohner müssten sich keine Sorgen machen, sollten aber auf Symptome achten – insbesondere Menschen, die am Frankfurter Flughafen arbeiteten, sich dort aufhielten oder in dessen räumlicher Nähe wohnten. Neben Fieber könnten Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Ähnlicher Fall bereits in Belgien
Fälle, in denen nicht nur Flughafenbeschäftigte, sondern auch Anwohner betroffen waren, hat es bereits gegeben. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankten bei einem Ausbruch in Belgien im Jahr 2020 auch Bewohner flughafennaher Gebiete. Ermittler nahmen damals an, dass eine exotische Anopheles-Mücke Häuser in rund fünf Kilometern Entfernung erreicht haben könnte.
Flughafenmalaria in Frankfurt: Zwei Fraport-Mitarbeiter tot – sechs Infektionen bestätigt
Malaria: Berliner Forscher wollen Schwangeren und ihren Babys helfen
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]