Als Reaktion auf einen antisemitischen Vorfall letzte Woche haben mehrere jüdische Institutionen für den heutigen Donnerstag zu einer Solidaritätsaktion aufgerufen. Unter dem Titel „Berlin trägt Davidstern“ sollten möglichst viele Menschen, unabhängig von ihrer Religion, sichtbar einen Davidstern tragen.
Der Hintergrund: In der Nacht zum vergangenen Freitag war eine 43-jährige Frau, die sichtbar einen Davidstern trug, von zwei Männern angegriffen worden. Sie wurde beleidigt und mit einer kaputten Glasflasche verletzt. Der Vorfall ereignete sich in der Torstraße in Berlin-Mitte unmittelbar vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana am Wochenende.
Im Anschluss wurde bekannt, dass die Frau selbst keine Jüdin war, sondern sich über den Davidstern mit der jüdischen Gemeinde solidarisieren wollte. „Sie trug den Davidstern als bewusstes Zeichen der Solidarität mit Jüdinnen und Juden. Dafür gebührt ihr unser tiefster Respekt“, schreibt die Jüdische Gemeinde Berlin in ihrem Aufruf zur Solidaritätsaktion. „Sie hat sich an die Seite der jüdischen Gemeinschaft gestellt. Jetzt stellt sich die jüdische Gemeinschaft an ihre Seite.“
Antisemitismus
„Berlin trägt Davidstern“: Solidaritätsaktion von Gegenprotest übertönt
Die jüdische Community in Berlin ruft nach einem Angriff zur Solidaritätsaktion auf. Doch bei der Kundgebung in Neukölln zeigt sich: Einig ist sich die Stadt nicht.
Matthias Zachel
5 Min
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Kundgebung zur Aktion „Berlin trägt Davidstern“ vor dem Rathaus Neukölln, in der Mitte der scheidende Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD)
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
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