Rot-Grün-Rot

Berlin braucht den Crash: Erst dann kann die Stadt zur Besinnung kommen

Berlin will den Neustart und bekommt den nächsten Anstrich. Doch manchmal muss eine Stadt erst gegen die Wand fahren, bevor sie merkt, was wirklich schiefläuft.

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Berlin kann mit Rot-Grün-Rot endlich voll gegen die Wand fahren.

Berlin kann mit Rot-Grün-Rot endlich voll gegen die Wand fahren.

© Roshanak Amini

Manchmal muss man richtig vor die Wand fahren, um zu erkennen, was das Wesentliche ist. Erst nach dem Crash gewinnt man die Besinnung zurück. Wie ein Teenager, der sich für unsterblich hält, aber nach dem Unfall bemerkt, wie zerbrechlich das Leben ist und seinen Ernst erkennt.

Offenbar gilt das auch für Berlin. Vor drei Jahren wollten die Berliner sich befreien. Die Wiederholungswahl im Februar 2023, erzwungen vom Verfassungsgerichtshof nach dem Versagen von 2021, sollte den Teufelskreis aus Rot-Grün-Rot durchbrechen. Die CDU holte 28,2 Prozent, das beste Ergebnis seit einem Vierteljahrhundert. Nur hatte sie keinen Bürgermeister von Format. Die Stadt wollte sich befreien, aber fand keinen Befreier. Kai Wegner spielte beim längsten Blackout seit 1945 Tennis und log über Telefonate. Seit Juli ist er Geschichte.

Doch Berlins Betriebssystem läuft weiter. Schwarz-Rot richtete 2023 in jeder Senatsverwaltung Leitungsstäbe ein, 8150 Euro brutto im Monat, 2,45 Millionen im Jahr. Werner Graf schimpfte über „sehr gut bezahlte Versorgungsposten für eigene Parteifreunde“, der Linke Carsten Schatz über „Selbstbedienungsmentalität“. Beide Parteien wollen jetzt mit genau dieser SPD regieren, und eine Kenia-Koalition würde denselben Apparat mit grünem Anstrich weiterbetreiben.

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