Bei Schüssen an einer Schule im Süden der Philippinen sind nach Angaben örtlicher Behörden drei Schüler ums Leben gekommen, darunter der mutmaßliche 16 Jahre alte Schütze. Acht weitere Schüler wurden verletzt, vier von ihnen schwer, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Banga, Albert Palencia, der Nachrichtenagentur Reuters. Alle Opfer seien zwischen 14 und 17 Jahre alt.
Der Angriff ereignete sich am Freitagnachmittag an der Banga National High School in der Provinz South Cotabato auf der südlichen Insel Mindanao. Nach Angaben von AP starben ein 14 Jahre alter Junge und ein ebenso altes Mädchen. Der mutmaßliche Täter starb ebenfalls, nachdem er die Waffe gegen sich selbst gerichtet haben soll. AP berichtet unter Berufung auf örtliche Behörden von mindestens zehn Verletzten.
Die Angaben zur Zahl der Verletzten unterscheiden sich damit weiterhin. Das philippinische Sozialministerium hatte zunächst sogar von sechs getöteten und 17 verletzten Schülern gesprochen. Spätere Angaben des Bürgermeisters und der Provinzbehörden nennen dagegen drei Tote und acht Verletzte. Auch das philippinische Nachrichtenportal GMA weist ausdrücklich auf die widersprüchlichen Behördenangaben hin.
Schüler soll Freunde vor dem Angriff gewarnt haben
Nach Angaben von Bürgermeister Palencia hatte der 16-Jährige Freunden noch vor der Tat angekündigt, dass er nach der Mittagspause einen Plan ausführen werde. Seine Mitschüler hätten die Äußerung nicht ernst genommen, weil der Jugendliche als jemand bekannt gewesen sei, der häufig scherzte.
„Nach dem Mittagessen begann er, auf Schüler zu schießen“, sagte Palencia Reuters. Der Jugendliche habe zehn Schüler getroffen und anschließend auf sich selbst geschossen.
Mitarbeiter des philippinischen Sozialministeriums versorgen Verletzte nach der Schießerei an der Banga National High School in South Cotabato.
© Philippine DSWD/ imago
GMA berichtet unter Berufung auf den Bürgermeister, der Jugendliche habe eine Schusswaffe aus dem Besitz seines Vaters an sich genommen. Die Waffe sei in einem Tresor aufbewahrt worden. Nach Angaben Palencias wird zudem geprüft, ob der Schüler Mitglied einer Onlinegemeinschaft war, die sich mit sogenannten True-Crime-Fällen beschäftigt. Welches Motiv hinter dem Angriff stand, ist bislang nicht geklärt.
AP berichtet ebenfalls, der beste Freund des Jugendlichen habe den Behörden von dessen Beschäftigung mit einer „True Crime Community“ erzählt. Die Ermittler prüfen demnach, ob dies für die Tat eine Rolle spielte.
Dritter tödlicher Angriff an philippinischer Schule seit Juni
Schüsse an Schulen waren auf den Philippinen bislang selten. Der Angriff in Banga ist Reuters zufolge jedoch bereits der dritte tödliche Vorfall an einer Schule seit Juni. Im August erschoss ein Schüler in Zamboanga einen Mitschüler während einer Liveübertragung und anschließend sich selbst. Im Juni waren bei einem Angriff an einer öffentlichen Schule in Tacloban mehrere Schüler getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.
Erst Anfang September hatte das philippinische Bildungsministerium landesweite Sicherheitsübungen gestartet, bei denen Schulen auch auf bewaffnete Angriffe und andere Notlagen vorbereitet werden sollten.
Nach dem Angriff in Banga wurden die Schulen in der Gemeinde zunächst geschlossen. Das Bildungsministerium kündigte psychologische Soforthilfe und weitere Unterstützung für Schüler, Lehrkräfte und Angehörige an. Zugleich rief die Behörde dazu auf, keine unbestätigten Angaben oder Aufnahmen des Angriffs zu verbreiten.
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