USA

Trump lehnt Beschränkung von KI-Entwicklung ab und kündigt „AI-Force“ an

Trump kündigt eine „AI Force“ und einen KI-„Zaren“ an. Zugleich will er die Entwicklung der Technologie trotz Warnungen weiter vorantreiben.

3 Min
US-Präsident Donald Trump will einen KI-Beauftragten ernennen.

US-Präsident Donald Trump will einen KI-Beauftragten ernennen.

© Jacquelyn Martin/AP

US-Präsident Donald Trump hat die Schaffung einer „AI Force“ sowie die Ernennung eines KI-Koordinators angekündigt. Trump schrieb am Samstag auf seiner Plattform Truth Social, er werde eine „AI Force“ bilden, ähnlich der 2019 gegründeten US Space Force, die Gefahren aus dem All abwehren soll.

Welche Aufgaben die neue Einheit haben soll und ob sie wie die Space Force Teil des US-Militärs werden könnte, ist bislang offen. CNN berichtete, das Weiße Haus habe auf entsprechende Fragen zunächst keine näheren Angaben gemacht. Trump erklärte laut dpa zudem, die „AI Force“ solle sich auch mit „schlechten“ Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.

Weiterhin kündigte Trump an, „in naher Zukunft“ einen KI-„Zaren“ zu benennen. „Nur Menschen mit hohem IQ sollten sich bewerben!“, schrieb der Präsident.

Trump will KI-Entwicklung nicht „behindern oder drosseln“

Gleichzeitig stellte sich Trump gegen Forderungen, die Entwicklung von KI stärker zu begrenzen. „Wir werden das Wachstum dieser unglaublichen Industrie in keinster Weise behindern oder drosseln“, schrieb er. Die Technologie bezeichnete er als mögliche nächste industrielle Revolution und erklärte, KI könne womöglich bis zu 25 Prozent der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP hatte Trump bereits in den vergangenen Tagen Sicherheitsbedenken gegenüber KI als „kranke Verschwörung“ bezeichnet. In seinem jüngsten Beitrag warf er Kritikern vor, auf eine „Dezimierung oder Zerstörung“ von KI hinzuarbeiten.

„Wir sind China und dem Rest der Welt voraus, und ich beabsichtige, dies auch so beizubehalten“, schrieb Trump weiter. KI-Sicherheit soll auch bei dem bevorstehenden Treffen des US-Präsidenten mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf der Agenda stehen, berichtete CNN unter Berufung auf einen US-Vertreter.

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Warnung von Anthropic-Chef

Die Debatte über mögliche Grenzen für KI hat zuletzt auch innerhalb der Technologiebranche an Bedeutung gewonnen. Der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, hatte sich laut der Financial Times für eine Verlangsamung der Entwicklung ausgesprochen. Auch Vertreter von OpenAI und andere Branchenvertreter äußerten sich besorgt über mögliche Risiken.

Parallel dazu ist der Energieverbrauch von KI-Rechenzentren in den USA zu einem politischen Thema geworden. Die Financial Times berichtete, dass die Kritik an den Anlagen vor den US-Zwischenwahlen im November zunimmt. Eine von der Nachrichtenagentur AP veröffentlichte Umfrage ergab demnach, dass 63 Prozent der US-Befragten „extrem“ oder „sehr“ besorgt über mögliche Auswirkungen von Rechenzentren auf die Strompreise sind.

Der bisherige KI- und Krypto-Koordinator der Trump-Regierung, David Sacks, hatte die Position im März verlassen, nachdem laut dpa die Frist für seine Aktivität als externer Regierungsmitarbeiter abgelaufen war. Nach Angaben der Financial Times soll der neue KI-„Zar“ Sacks' bisherige Funktion ersetzen. (mit dpa)

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