Russland

Mehr als 1000 Drohnen über Russland: Zwei Tote in Region Moskau – Rauch über Ölraffinerie

Am letzten Tag der Parlamentswahl meldet Russland einen großangelegten Drohnenangriff auf die Region Moskau. Zwei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet.

3 Min
Die Moskauer Ölraffinerie im Jahr 2024

Die Moskauer Ölraffinerie im Jahr 2024

© Sergei Fadeichev/imago

Bei einem großangelegten Drohnenangriff auf die Region Moskau sind nach russischen Behördenangaben zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Insgesamt seien in der Nacht innerhalb weniger Stunden 249 Drohnen in der Region abgewehrt worden, erklärte der zuständige Gouverneur Andrej Worobjow laut der Nachrichtenagentur Interfax.

Zwei Menschen kamen demnach ums Leben, mindestens fünf weitere wurden den Angaben zufolge verletzt. In mehreren Orten brachen Brände aus. Rund 400 Menschen, darunter 70 Kinder, wurden laut Worobjow aus einem 21-stöckigen Wohnhaus evakuiert. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht landesweit 1110 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört, darunter über der Region Moskau und weiteren russischen Regionen, berichtete Interfax.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte unterdessen auf X, ukrainische Angriffe hätten in der Nacht „erhebliche Auswirkungen“ in der Region Moskau gehabt. Dabei seien eine wichtige Anlage der russischen Ölindustrie und eine Logistikanlage getroffen worden.

Bürgermeister: 450 Drohnen auf dem Weg nach Moskau

Auch die russische Hauptstadt war nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass Ziel des Angriffs. Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, seit Samstag seien mehr als 1600 Drohnen abgewehrt worden, von denen 450 auf Moskau zusteuerten. Mehrere Drohnen hätten das Gelände der Moskauer Ölraffinerie erreicht, eine weitere habe ein Wohnhaus getroffen. In der Hauptstadt habe es keine Toten gegeben.

Reuters berichtete unter Berufung auf Augenzeugen von Explosionen in Moskau und Rauch über dem Gelände der Raffinerie. Das Ausmaß der Schäden war zunächst nicht bekannt. Die Raffinerie war dem Bericht zufolge bereits mehrfach Ziel von Angriffen. Die Ukraine äußerte sich zunächst nicht zu den jüngsten Angriffen. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

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Russland wirft Ukraine Störung der Wahl vor

Sobjanin warf der Ukraine vor, mit dem Angriff die laufende Parlamentswahl stören zu wollen. „Der beispiellose Angriff wurde ganz offensichtlich mit dem Ziel geplant, die Wahl zu stören“, erklärte der Bürgermeister nach Angaben von AFP. „Dem Feind ist das nicht gelungen.“

Auch der russische Präsident Wladimir Putin hatte der Ukraine bereits am Freitag vorgeworfen, die Parlamentswahl beeinflussen zu wollen. Reuters zufolge verwies Putin dabei auf einen mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf das Haus einer Wahlbeamtin im von Russland kontrollierten Teil der Region Saporischschja. Die Angaben dazu konnten laut Reuters nicht unabhängig überprüft werden; aus Kiew gab es zunächst keine Stellungnahme.

Die Abstimmung über die 450 Sitze der Staatsduma läuft seit Freitag und endet an diesem Sonntag. Es ist die erste Parlamentswahl in Russland seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022, wie Reuters berichtet. Nach Angaben von AFP gilt ein Sieg der Regierungspartei Geeintes Russland als sicher.

Ukraine meldet ebenfalls Tote

Auch in der Region Kiew wurden bei einem russischen Drohnenangriff Menschen getötet. Nach Angaben der dortigen Behörden stieg die Zahl der Toten auf vier, darunter drei Kinder, wie Reuters berichtet. Eine Mutter und ihre beiden dreijährigen Kinder seien getötet worden, als eine Drohne ein Privathaus traf. In einem weiteren Bezirk starb nach Angaben des zuständigen Gouverneurs ein Mädchen nach einem Drohnenangriff im Krankenhaus. (mit AFP)

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