Die flottgemachte Fassung des Standardwerks unserer Muttersprache möchte ich natürlich absolut begrüßen. Gleichzeitig ist es bezeichnend, dass die Duden-Redaktion nicht sehr viel Mühe investiert, um auf die Dringlichkeit geschlechtsneutraler Sprache hinzuweisen. Auf gerade mal drei Seiten, also auf insgesamt 0,2 Prozent des Buches, erklärt sie, wie man das Gendersternchen richtig einsetzt. Offenbar nervt das Gendern den (Altherren-)Verein Deutscher Sprache (VDS). Nur so ist zu erklären, warum dessen Vorsitzender, Professor Walter Krämer, nach der Veröffentlichung des Werkes verkündet hat, es müsse Schluss damit sein, „dass Einzelne von oben herab entscheiden wollen, wie sich Sprache zu entwickeln hat“. Viele glaubten nun, „dass Gendersternchen und ähnliche Konstrukte echte Bestandteile der deutschen Sprache seien“. Ich frage mich da: Warum so schlecht gelaunt, Herr Krämer?
Debatte ums Gendern
Deutschland muss zum Land der Dichter*innen und Denker*innen werden!
Ist Gendern sexistisch? Zerstört das Gendersternchen die deutsche Sprache? Im Gegenteil, findet unsere Autorin: Nur wer gendert, bleibt der Zukunft treu.
Maxi Beigang
8 Min
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Die geschlechtergerechte Sprache will vor allem eins: Vielfalt sichtbar machen.
© imago images/AndreyPopov
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