Jemen-Krieg

Nach Huthi-Vormarsch: G7 fordern Iran zum Stopp der Waffenlieferungen an die Miliz auf

Die schiitische Huthi-Miliz kontrolliert nach ihrer Offensive den Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab. Großbritannien sagt Saudi-Arabien nun militärische Unterstützung zu.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Vor dem Hintergrund eines Flüssiggas-Tankers patroulliert ein jemenitischer Soldat in den Gewässern nördlich der Meerenge Bab el-Mandab.

Vor dem Hintergrund eines Flüssiggas-Tankers patroulliert ein jemenitischer Soldat in den Gewässern nördlich der Meerenge Bab el-Mandab.

© Abdulnasser Alseddik/AP

Die G7-Außenminister haben den Iran aufgefordert, die Bewaffnung und Unterstützung der Huthi-Miliz im Jemen einzustellen. In einer gemeinsamen Erklärung am Rande der UN-Generalversammlung in New York verurteilten die Ressortchefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und den USA am Montag (Ortszeit) die anhaltenden Angriffe der vom Iran unterstützten Miliz im Jemen und gegen Saudi-Arabien „auf das Schärfste“.

Die iranische Unterstützung stellt nach Einschätzung der G7 eine gefährliche Eskalation dar, die den internationalen Handel zu beeinträchtigen und globale Instabilität zu schaffen droht.

Die G7 riefen die Huthi auf, sämtliche militärischen Aktionen und Drohungen gegen die zivile Schifffahrt sofort einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der international anerkannten Regierung des Jemens und Saudi-Arabien sprachen die sieben Staaten ihre „volle Solidarität“ aus. Zuvor hatte bereits der UN-Sicherheitsrat die Huthi-Angriffe verurteilt.

Nach UN-Angaben wurden seit Anfang August bei den Kämpfen 674 Menschen getötet und knapp 3000 verletzt, rund 130.000 Menschen sind innerhalb des Jemens auf der Flucht.

Vormarsch an der Westküste

Die Miliz hatte in den vergangenen Wochen in einer Blitzoffensive die jemenitische Küste am Roten Meer eingenommen, darunter die Hafenstadt Mokha sowie mehrere Inseln. Damit kontrolliert sie den Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab, durch die nach Angaben von AP normalerweise rund zwölf Prozent des Welthandels laufen.

Die Route ist für Saudi-Arabien wichtiger geworden, seit der Iran-Krieg den Verkehr durch die Straße von Hormus massiv eingeschränkt hat.

Nach einem Bericht der New York Times hatte US-Präsident Donald Trump am Sonntag geplante Luftschläge gegen die Huthi kurzfristig abgesagt. Der jemenitische Präsident Rashid al-Alimi hatte Trump laut Reuters zuvor telefonisch um militärische Hilfe gebeten.

Am Samstag reklamierten die Huthi erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation Angriffe auf Riad für sich. Die saudisch geführte Koalition erklärte, eine auf die Hauptstadt abgefeuerte ballistische Rakete sei abgefangen worden.

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Der britische Premierminister Andy Burnham sagte am Montag auf dem Flug zur UN-Generalversammlung, er habe einer saudischen Bitte um Luftbetankung zu Verteidigungszwecken zugestimmt. Die Royal Air Force werde in den kommenden Tagen eine Voyager-Maschine bereitstellen. Die Vereinbarung sei zeitlich befristet.

Frankreich signalisierte laut einer diplomatischen Quelle Bereitschaft, zur Sicherung saudischer Energieanlagen in Yanbu am Roten Meer beizutragen.

Die britische Behörde UKMTO meldete zudem, ein Tanker sei am Montag bei der Einfahrt in die Straße von Hormus von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Zwei Besatzungsmitglieder seien dabei leicht verletzt worden.

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