Ich höre sie noch heute, die leicht angewiderten Stimmen meiner ehemaligen Nachbarn in Prenzlauer Berg: Bäh, Brandenburg, da kann man nun auch nicht mehr hinfahren, jetzt, wo die AfD dort immer stärker wird. Besonders nach Wahlen wallten diese Stimmen auf, und besonders laut jaulten gern jene, die gerade erst einen Vierseithof dort erworben hatten – Uckermark, natürlich.
So lief das und ist bei weitem kein Klischee: Am Freitagabend zog man den Schlüssel aus der Eigentumswohnung am Arkonaplatz und fuhr aus Berlin hinaus, parkte den SUV gut sichtbar vor den neuen Latifundien und erklärte am Sonntagabend vehement, warum dieses braun-versiffte Bundesland nicht bereisbar war. Zu viele Glatzen, zu viele Baseballschläger.
Doppelstandards
In Brandenburg nur Nazis, da kann man nicht mehr hin: Gilt das jetzt umgekehrt auch für Berlin?
57.000 Grünen-Wähler sind zur Linken abgewandert und haben ihr trotz ihres Antisemitismusproblems zum Erfolg verholfen. Ein Kommentar zur Moralerhebung
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Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin ist die Linke erneut mit Antisemitismus in ihren Reihen konfrontiert.
© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung
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