US-Präsident Donald Trump will große Mengen Kalidünger aus Belarus kaufen. Der Preis solle deutlich unter dem liegen, was die USA derzeit an Kanada zahlten, schrieb Trump am Montag (Ortszeit) auf Truth Social. Dabei sprach er von einem „massiven Deal“.
Nur Stunden zuvor hatte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko allerdings erklärt, sein Land könne derzeit keine großen Mengen Kali in die USA liefern. Die Produktion sei für dieses Jahr bereits vertraglich gebunden, teilte sein Büro mit.
„Selbst wenn wir andere, westliche Märkte beliefern wollten, haben wir diese Mengen schlicht nicht“, sagte Lukaschenko laut der Mitteilung seines Büros. Belarus liefert demnach bereits wieder Kali in die USA. Lukaschenkos Aussage schließt weitere Lieferungen also nicht grundsätzlich aus, stellt aber den von Trump angekündigten Umfang infrage. Genau Mengen, einen Zeitplan oder konkrete Vertragsbedingungen nannte der US-Präsident nicht.
Kanada ist wichtigster US-Lieferant
Kali ist ein wichtiger Rohstoff für Dünger. Die USA beziehen den überwiegenden Teil ihrer Importe aus Kanada. Trump stellte das geplante Geschäft mit Belarus als gute Nachricht für amerikanische Landwirte und Viehzüchter dar. Es fällt in eine Phase schwerer Handelskonflikte zwischen Washington und Ottawa.
Ob belarussisches Kali den Dünger für US-Betriebe spürbar verbilligen würde, ist fraglich. Der Düngemittelanalyst Josh Linville sagte der Nachrichtenagentur Reuters, in den USA gebe es ausreichend Kali. Größere Versorgungsprobleme beträfen derzeit Stickstoff- und Phosphatdünger. Zudem verteuern lange Transportwege mögliche Lieferungen aus Belarus.
Weil Belarus keinen eigenen Seehafen hat und die frühere Route über Litauen versperrt ist, müssten zusätzliche Lieferungen in die USA laut der Washington Post zudem über russische Häfen transportiert werden.
Streit über Belarus-Sanktionen
Die USA haben derweil ihre Sanktionen gegen belarussische Kaliunternehmen gelockert. Die Europäische Union hält dagegen an ihren Beschränkungen fest.
Litauens Außenminister Kęstutis Budrys wandte sich am Montag gegen eine Lockerung der EU-Sanktionen. Belarus unterstütze weiterhin Russlands Krieg gegen die Ukraine und gehe gegen politische Gegner vor, sagte er Reuters.
Parallel zu den Gesprächen über Kalilieferungen verhandeln Washington und Minsk über die Freilassung politischer Gefangener gegen eine weitere Lockerung von US-Sanktionen. Die USA hatten die Maßnahmen ursprünglich wegen der Unterdrückung der Opposition nach der Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 verhängt und später wegen der Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine ausgeweitet.
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