Wohnungen sind in Ostdeutschland in fast allen Regionen teurer geworden. In 74 von 76 untersuchten Städten und Landkreisen legten die Angebotspreise binnen eines Jahres zu – im Schnitt um 3,8 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Immobilienportals immowelt hervor, für die die Wohnungspreise in Ostdeutschland zum 1. September 2026 mit dem Vorjahresstichtag verglichen wurden.
Auffällig ist vor allem eines: Die stärksten Zuwächse verlagern sich zunehmend ins Umland der Großstädte. Und in Halle kostet der Quadratmeter inzwischen mehr als in Leipzig.
74 von 76 Kreisen teurer: So stark legen die Preise zu
Nur in zwei der 76 untersuchten Kreise sanken die Preise leicht – in Chemnitz um 0,9 Prozent und in Vorpommern-Rügen um 0,7 Prozent.
Dabei handelt es sich um Angebots-, nicht um Abschlusspreise. Grundlage sind laut immowelt auf dem eigenen Portal inserierte Bestandswohnungen, berechnet über ein sogenanntes hedonisches Verfahren für eine Beispielwohnung mit 75 Quadratmetern, drei Zimmern, erster Stock, Baujahr 1990er-Jahre.
Warum das Umland der Großstädte schneller teurer wird
In sieben der elf ostdeutschen Großstädte stiegen die Preise im Umland stärker als in der Kernstadt. Am deutlichsten in Leipzig: Dort kletterte der Quadratmeterpreis nur von 2618 auf 2.626 Euro (+0,3 Prozent), während die Landkreise Leipzig und Nordsachsen im Schnitt um 5,2 Prozent zulegten.
Auch in Magdeburg (+1,7 Prozent) zog das Umland mit durchschnittlich 4,2 Prozent stärker an. In Jena stiegen die Stadtpreise zwar kräftig (+6,5 Prozent), die angrenzenden Kreise aber mit 8,8 Prozent noch mehr. Ähnliche Muster zeigen sich in Erfurt, Cottbus, Rostock und Chemnitz. In Potsdam legten Stadt und Umland mit je 3,5 Prozent gleich stark zu.
Als möglichen Grund nennt immowelt das niedrigere Ausgangsniveau außerhalb der Städte.
„Gerade bei hohen Finanzierungskosten kann ein deutlich niedrigeres Preisniveau außerhalb der Kernstädte den Ausschlag geben“, sagt immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka. Die stärkeren Anstiege im Umland deuteten darauf hin, dass diese Standorte zunehmend in den Fokus von Kaufinteressenten rückten.
Berlin und Dresden: Hier zieht die Stadt dem Umland davon
Zwei Städte fallen aus dem Muster. In Berlin (+2,9 Prozent) und Dresden (+5,4 Prozent) verteuerten sich Wohnungen stärker als im jeweiligen Umland (+2,2 beziehungsweise +4,0 Prozent).
In Berlin liegt der Quadratmeter damit bei 5.003 Euro, in Dresden bei 2936 Euro. Beide Städte hätten in den vergangenen Jahren deutlich an Einwohnern gewonnen, so immowelt: Berlin seit 2011 um rund 14 Prozent, Dresden um rund 9 Prozent. In Dresden ging die Einwohnerzahl 2025 zwar leicht zurück, der aufgebaute Nachfragedruck wirke aber weiter.
Halle überholt Leipzig: 2945 gegen 2626 Euro
Am spürbarsten hat sich das Gefüge in Sachsen-Anhalt verschoben. In Halle stiegen die Preise um 11,7 Prozent – im Umland (Saalekreis) waren es 8,4 Prozent.
Mit 2945 Euro pro Quadratmeter liegt Halle nun über Leipzig (2626 Euro). Die Stadt galt lange als günstigere, gut angebundene Alternative. Neben dem früher niedrigen Niveau dürften laut immowelt die Martin-Luther-Universität und mehrere Forschungszentren die Nachfrage getrieben haben. Auch für Kapitalanleger bleibe der Markt wegen vergleichsweise attraktiver Renditen interessant.
Den stärksten Anstieg verzeichnete Gera: plus 12,2 Prozent auf durchschnittlich 1.343 Euro pro Quadratmeter. Trotz des Sprungs zählt die thüringische Stadt weiter zu den günstigsten kreisfreien Wohnungsmärkten. Ein Grund für die hohe Prozentzahl ist laut immowelt das niedrige Ausgangsniveau: Kleine Aufschläge fallen prozentual stark ins Gewicht. Am günstigsten unter allen Kreisen bleibt der Vogtlandkreis mit 891 Euro pro Quadratmeter.
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