Ferat Koçak ist zurzeit nur für Freunde erreichbar. Ansonsten antwortet dem Anrufer eine Mailbox. Der Neuköllner Linke-Politiker sah sich wegen seiner zugespitzten Äußerungen zwar schon des Öfteren heftiger Kritik ausgesetzt. Aber dieses Mal scheint es den 47-Jährigen besonders hart zu treffen. Denn in seiner Person scheint sich die Verbindung krimineller Clans mit der Linkspartei zu manifestieren – so die oberflächliche öffentliche Wahrnehmung seit Montag.
An diesem Tag verlieh ihm ein Posting auf X größte öffentliche Aufmerksamkeit. Darin wurde auf einen Chatverlauf aufmerksam gemacht, den ein Mitglied des berüchtigten Remmo-Clans bei Instagram veröffentlicht hatte. Er legt nahe, dass der Bundestagsabgeordnete Beziehungen zu dem Clan pflegt. Koçak bezeichnet ihn in dem Chat als „Bruder“ und lässt dessen Vater Issa Remmo grüßen.
Inzwischen bezeichnete Koçak seinen Chatkontakt mit dem Mitglied der Familie als Fehler. Er habe zunächst nicht gewusst, mit wem er es zu tun hatte, erklärte er auf X. Er rufe regelmäßig Menschen dazu auf, sich an politischen Aktionen zu beteiligen. Nach seinen Worten hat sich das Mitglied des Remmo-Clans im Zuge eines solchen Aufrufs bei ihm gemeldet. Am Dienstag teilte die Bundestagsfraktion mit, dass Koçak seine Parlamentsfunktionen ruhen lasse – „bis auf weiteres, bis volle Transparenz hergestellt ist“, wie die Fraktion mitteilte.
Linkspartei
Der Radikale aus Neukölln: Ein Linke-Politiker sorgt immer wieder für Aufsehen
Ferat Koçak fällt auf mit Kritik an der „rassistischen“ Polizei und mit Lob für eine Linksextremistin. Jetzt plauderte er mit einem Clan-Chef – weshalb er sich nun zurückzieht.
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Ferat Koçak bei einer seiner Reden im Deutschen Bundestag.
© dts Nachrichtenagentur/imago
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