Ein Forschungsteam hat nach eigenen Angaben erstmals Radiowellen eindeutig einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zugeordnet. Die Signale stammen demnach von Beta Pictoris b, einem großen Gasplaneten rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Das berichten die Forschenden in einer am 15. September auf arXiv veröffentlichten Studie. Die Arbeit wurde noch nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet.
Wie das Team den Planeten als Quelle bestimmte
Mit dem Radioteleskop MeerKAT in Südafrika beobachtete das Team das Planetensystem viermal in den Jahren 2025 und 2026. Dabei registrierte es wiederkehrende, kurze Ausbrüche von Radiowellen. Zunächst musste es klären, ob die Strahlung tatsächlich vom Planeten kommt oder von dem Stern, den er umkreist.
Dafür verglichen die Forschenden die Position der Radioquelle mit der bekannten Position des Planeten. Als feste Orientierungspunkte nutzten sie weit entfernte, besonders helle Galaxienkerne, sogenannte Quasare.
Nach dieser Korrektur passte die Radioquelle laut Studie zu Beta Pictoris b, aber nicht zu seinem Stern oder einem anderen bekannten Planeten des Systems. Frühere Radiosignale aus fremden Planetensystemen ließen sich keinem einzelnen Planeten so eindeutig zuordnen.
Hinweis auf ein starkes Magnetfeld
Das Team deutet die Signale als Radiowellen, wie sie auch im Zusammenhang mit Polarlichtern entstehen. Geladene Teilchen bewegen sich dabei entlang der Magnetfeldlinien eines Planeten. Auf der Erde sind Polarlichter am Himmel sichtbar, sie können aber auch Radiowellen erzeugen.
Aus den beobachteten Frequenzen schließen die Forschenden, dass das Magnetfeld am Entstehungsort der Strahlung mindestens 1250 Gauß stark ist – deutlich stärker als das Magnetfeld der Erde oder des Jupiter. Beta Pictoris b ist allerdings auch ein besonders massereicher Gasplanet. Ein solcher Wert war für ihn nach theoretischen Modellen möglich. Die Messung ist kein Hinweis auf außerirdisches Leben.
Die Studie könnte einen neuen Weg eröffnen, Magnetfelder ferner Planeten zu untersuchen. Sie beeinflussen unter anderem, wie Planeten mit der Strahlung ihres Sterns in Wechselwirkung stehen. Der nicht an der Arbeit beteiligte Astronom Joe Callingham bezeichnete das Ergebnis gegenüber Science News als vielversprechend. Weitere Beobachtungen könnten die Erklärung der Radiowellen durch Polarlichtvorgänge erhärten.
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