Perspektivenwechsel

Pilze, Sex und KI: Was Philosoph Maik Hosang dem Menschen noch zutraut

Maik Hosang sieht die nächste große Umwälzung längst im Gang. Mit Holger Friedrich streitet er darüber, was für den Menschen dabei übrigbleibt.

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Prof. Dr. phil. habil. Maik Hosang und Verleger Holger Friedrich diskutieren im Theater Ost nicht über Ost und West sondern das Verhältnis von Mensch und Künstlicher Intelligenz.

Prof. Dr. phil. habil. Maik Hosang und Verleger Holger Friedrich diskutieren im Theater Ost nicht über Ost und West sondern das Verhältnis von Mensch und Künstlicher Intelligenz.

© Sven Versteegen/Berliner Zeitung

„Auf einmal waren sie alle Kapitalisten. So eine Scheiße.“ Maik Hosang lacht, als er von seiner Zeit an der Humboldt-Universität erzählt. Mitte der 80er Jahre hatte er dort begonnen, Philosophie zu studieren. Eigentlich, sagt er, sei er mathematisch und physikalisch begabt gewesen; habe Elektrotechnik oder Physik studieren wollen. Dann sei ihm aufgefallen: „Ich muss doch erst mal Philosophie studieren, um mich zu verstehen.“

Die Philosophie an der Humboldt-Universität sei damals, obwohl das politische System längst erstarrt gewesen sei, erstaunlich offen gewesen. Hosang beschäftigte sich mit Marx, Fichte, Hegel, Schelling, mit der Romantik und der Frage, wie Menschen frei werden können. Dann kam die Wende. Viele seiner Professoren hätten sich schnell von Marx verabschiedet. Hosang nicht. „Diese Grundidee von Marx“, sagt er, „das müssen wir festhalten, das dürfen wir nicht vergessen“: die Vorstellung, dass der Kapitalismus irgendwann Bedingungen hervorbringen könnte, unter denen er sich selbst überholt.

Knapp vier Jahrzehnte später sitzt Hosang neben Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen, im Theater Ost. Noch hat der Kapitalismus sich nicht überholt. Aber vielleicht ist es bald so weit: An diesem Donnerstagabend im Frühherbst diskutieren Hosang und Friedrich darüber, ob die nächste große Veränderung nicht schon längst begonnen hat.

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