Am Abend des 21. September 2026 sitzt Sigmar Gabriel bei Maybrit Illner im Fernsehstudio, und hinter ihm liegen, frisch und noch etwas rauchend, drei verlorene Landtagswahlen – Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin.
Er sagt, mit sorgenvoller Miene: „Wir haben eine richtig veritable Krise der Demokratie.“ Ein Satz, der einem sofort einleuchtet, weil er mit der Autorität dessen gesprochen wird, der offenbar über den Dingen steht – während unter ihm die eigene Partei, bundesweit, auf zwölf Prozent zusammengeschmolzen ist. Wer diesen Mann allerdings schon eine Weile beobachtet, der ahnt: Das war noch nicht der erste Widerspruch, den er sich in dieser Rolle geleistet hat. Und es wird nicht der letzte gewesen sein.
Kolumne
Sigmar Gabriel: Der Mann, der sich die Hände immer in Unschuld wäscht
Die SPD fährt eine Wahlschlappe nach der anderen ein. Doch einer ist immer oben und das ist der ehemalige SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel.
7 Min
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Sigmar Gabriel, ehemaliger SPD-Parteivorsitzender und früherer Außenminister.
© Kay Nietfeld/dpa
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