Spannungen

Erneuter Zwischenfall im Südchinesischen Meer: Streit zwischen China und Philippinen

Die Philippinen werfen China ein gefährliches Manöver bei einem Versorgungseinsatz im Südchinesischen Meer vor. Es ist nicht der erste Zwischenfall.

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Im Südchinesischen Meer kam es wiederholt zu Vorfällen zwischen den Küstenwachen beider Länder.

Im Südchinesischen Meer kam es wiederholt zu Vorfällen zwischen den Küstenwachen beider Länder.

© Jeoffrey Maitem/Anadolu Agency/imago

Die Philippinen haben China erneut einen Zwischenfall im Südchinesischen Meer vorgeworfen. Chinesische Schiffe hätten am Donnerstag einen Versorgungseinsatz für philippinische Soldaten behindert, teilte die philippinische Küstenwache (PCG) laut Reuters am Freitag mit.

„Es gab keine Kollision und niemand wurde verletzt, aber die gefährlichen Manöver der chinesischen Küstenwache schufen ein ernsthaftes Kollisionsrisiko“, sagte ein PCG-Sprecher laut dem Bericht. Die Mission habe nicht beendet werden können. Der Einsatz galt demnach Soldaten, die auf dem Wrack eines Kriegsschiffs stationiert sind. Das Schiff liegt nahe dem Second Thomas Shoal, einem Riff im Südchinesischen Meer.

Weiterer Vorfall im September

Es ist nicht der erste Zwischenfall zwischen den beiden Ländern. Bereits am 18. September war nach Angaben der philippinischen Küstenwache ein Schiff der chinesischen Küstenwache mit einem philippinischen Regierungsboot zusammengestoßen, wie Reuters berichtet. Das Schiff war demnach im Auftrag der Fischereibehörde unterwegs, um philippinische Fischer mit Treibstoff zu versorgen.

Die chinesische Küstenwache habe mehrere Manöver ausgeführt und das philippinische Schiff gerammt, teilte die PCG mit. Dabei seien Geländer und Teile des Decks beschädigt worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

China wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums erklärte am Donnerstag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, das philippinische Schiff habe wiederholte Warnungen ignoriert, seinen Kurs absichtlich geändert und plötzlich beschleunigt, um vor den Bug des chinesischen Schiffs zu gelangen. Dadurch sei es zu der Kollision gekommen. Der Kontext des Vorfalls sei „klar und eindeutig, sodass es keinen Raum für Fehlinformationen von philippinischer Seite gebe“, sagte der Sprecher demnach.

China und Philippinen: Streit über Prügelei auf See

Bereits im Juli war es zu einem weiteren Zwischenfall am Second Thomas Shoal gekommen, wie AP berichtet. Das philippinische Militär warf der chinesischen Küstenwache zu dem Zeitpunkt vor, einen philippinischen Marineangehörigen verletzt zu haben. Nach Darstellung Manilas hatten chinesische Besatzungsmitglieder den Mann mit einem Holzstock mehrfach auf den Kopf geschlagen.

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Die chinesische Küstenwache stellte den Vorfall laut AP anders dar. Sie erklärte, zwei philippinische Schlauchboote hätten ein chinesisches Patrouillenboot gefährlich gerammt. Zudem hätten philippinische Besatzungsmitglieder chinesische Einsatzkräfte mit Rudern und langen Stöcken angegriffen.

Territorialkonflikt im Südchinesischen Meer

Hinter den wiederkehrenden Zwischenfällen steht ein langjähriger Territorialkonflikt im Südchinesischen Meer. China beansprucht laut AP große Teile des Gebiets. Neben den Philippinen seien auch Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan in die Gebietsstreitigkeiten in der Region involviert.

Besonders umstritten ist das Second Thomas Shoal. Nach Angaben der AP ließ Manila dort 1999 absichtlich das Kriegsschiff BRP Sierra Madre auf Grund laufen, um seine Gebietsansprüche zu unterstreichen. China fordert dem Bericht zufolge den Abzug des Schiffs und hat das Riff mit eigenen Schiffen umgeben.

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