Ukraine-Krieg

Wadephuls Diplomatie-Simulation: Warum ein Gespräch mit Lawrow nicht ausreicht

Nach viereinhalb Jahren Funkstille wird ein 20-Minuten-Gespräch mit Lawrow zur diplomatischen Errungenschaft. Dabei zeigt es vor allem das Versagen deutscher Diplomatie.

7 Min
Auf dem Weg zu 20 Minuten Diplomatie: Johann Wadephul vor seinem Treffen mit Sergej Lawrow am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Auf dem Weg zu 20 Minuten Diplomatie: Johann Wadephul vor seinem Treffen mit Sergej Lawrow am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

© Alexander Shcherbak/IMAGO

20 Minuten. So lange dauerte das Gespräch, das in Berlin nun als Beleg dafür gilt, dass Deutschland wieder Diplomatie betreibt. Am Rande der UN-Generaldebatte in New York traf Außenminister Johann Wadephul (CDU) seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Es war der erste direkte Austausch auf dieser Ebene seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Eine Annäherung gab es nicht, das bestätigten beide Seiten.

Richtig war der Schritt trotzdem. Wer einen Krieg beenden will, muss mit dem Gegner sprechen. Das gilt allerdings nur, wenn das Treffen mehr als ein Alibi ist, um die Kritiker im eigenen Land ruhigzustellen. Denn das Gespräch folgt auf Jahre, in denen Berlin das Nichtreden zur Haltung erklärt hat. Wie echte Diplomatie funktioniert, muss dieses Land erst wieder üben.

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