Russland hat seine Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihr Umland in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Bei einem Angriff auf den Großmarkt Stolitschny am Stadtrand seien zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Nach seinen Angaben brach auf dem Gelände ein Feuer aus.
Im Laufe der Nacht seien in mehreren Stadtteilen weitere Menschen verletzt worden, so Klitschko. Der ukrainische Katastrophenschutz meldete Schäden an Gebäuden aus mehreren Bezirken, im Stadtteil Obolon geriet eine Tankstelle in Brand. Der Luftalarm dauerte nach Angaben eines Reporters des Kyiv Independent rund neun Stunden.
Angriffe auf Kiewer Rechenzentren
Nach Angaben der russischen Streitkräfte wurden in Kiew Rechenzentren der Betreiber Omega Telecom und Kyivstar angegriffen. Diese hätten schnelle Internetverbindungen für die ukrainischen Streitkräfte bereitgestellt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag mit.
Die Angriffe seien mit Drohnen vom Typ „Geran“ erfolgt und hätten die von ukrainischen Soldaten genutzten Internetdienste unterbrochen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, zwischen 20 Uhr am Sonntag und acht Uhr am Montag seien 254 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört worden. Das Ministerium nannte 16 Gebiete sowie das Asowsche und Schwarze Meer.
EU berät über Patriot-Raketen
Die EU-Verteidigungsminister beraten an diesem Montag in Brüssel unter anderem über eine bessere Ausstattung der Ukraine mit Raketen für das US-Luftabwehrsystem Patriot, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten sieht ein Vorschlag demnach vor, dass Mitgliedstaaten ihre Plätze in der Bestellwarteschlange mit Kiew tauschen.
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