Europa könnte seine hohe Abhängigkeit von kurzfristigen LNG-Käufen schon im kommenden Winter teuer zu stehen kommen. Bleibt die Straße von Hormus bis zum Ende des Winters beeinträchtigt, hält der Chef des Schweizer Energiehändlers MET Group, Huibert Vigeveno, europäische Gaspreise von bis zu 100 Euro je Megawattstunde für möglich. Seine Diagnose: Europa hat zu wenig Flüssigerdgas über langfristige Verträge abgesichert.
„Ein großer Teil der langfristigen LNG-Lieferungen weltweit geht nach Asien, während Europa weiterhin stärker vom Spotmarkt abhängig ist – und man kann sich fragen, wie klug das ist“, sagte Vigeveno gegenüber Bloomberg. Mehr Langfristverträge hätten Europa demnach bereits beim diesjährigen Preisschock geholfen. Selbst wenn Hormus wieder vollständig öffnet, könne es mindestens drei Monate dauern, bis die Exporte wieder hochgefahren seien.
Energie
Droht Europa neuer Energieschock? Sefe und Uniper bestätigen LNG-Preisrisiko
Die EU steigt 2027 aus Russland-Gas aus. Nun warnt ein Energiehändler vor LNG-Preisschocks durch zu wenige Langfristverträge. Sefe und Uniper reagieren.
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LNG-Tanker „Ocean Oasis“ von Cosco Shipping am 8. April 2026 am LNG-Importterminal in Mukran auf Rügen
© Joerg Boethling/imago
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