Bahnverkehr

Was 14 Monate Bahnsperrung für Berlin-Pendler bedeuten: „So kann man eine Region kaputtmachen“

Statt vier Monate jetzt bis Dezember 2027: Die Strecke über Rathenow und Stendal ist unterbrochen. Pendler brauchen teils doppelt so lange. Eltern schaffen die Kita nicht mehr, Kliniken bangen um Personal.

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Kurz vor der Sperrung: Der Regionalexpress RE4 aus Berlin hält in Rathenow. Jetzt ruht der Verkehr, voraussichtlich bis Dezember 2027.

Kurz vor der Sperrung: Der Regionalexpress RE4 aus Berlin hält in Rathenow. Jetzt ruht der Verkehr, voraussichtlich bis Dezember 2027.

© Peter Neumann/Berliner Zeitung

Es ist ein Skandal, grollt Jörg Zietemann. „So darf man mit uns nicht umgehen“, sagt der Bürgermeister von Rathenow. „So kann man eine Region kaputtmachen.“ Der parteilose Politiker aus der Kreisstadt des Havellands spricht aus, was viele Menschen westlich von Berlin denken: Die mehr als 14-monatige Sperrung der Bahnstrecke zwischen Berlin-Spandau, Rathenow, Stendal und Lehrte ist für viele eine Katastrophe.

Als Zietemann, Landrat Roger Lewandowski (CDU) und andere Verwaltungschefs in Rathenow einen Protestbrief unterzeichnen, halten dort noch Züge. Doch seit Freitag ruht auf der direkten Verbindung Berlin − Hannover wegen Bauarbeiten der Bahnverkehr.

War bisher von einer viermonatigen Betriebsunterbrechung die Rede, steht nun fest, dass die mehr als 220 Kilometer lange Strecke erst Mitte Dezember 2027 wieder komplett sein wird. Fernzüge werden umgeleitet, der regionale Zugverkehr wird eingestellt. Selten war eine Region in Deutschland so lange von einer Bahnsperrung betroffen.

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