Landwirtschaft

Kartoffelernte bricht um fast ein Viertel ein: Jetzt könnten Pommes-Kartoffeln knapp werden

Hitze, Trockenheit und weniger Anbaufläche drücken die Ernte. Besonders große Knollen fehlen. Was bedeutet das für Kartoffelpreise und Verbraucher?

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Kartoffeln werden 2026 deutlich knapper geerntet als im Vorjahr. Besonders große Knollen für Pommes könnten fehlen.

Kartoffeln werden 2026 deutlich knapper geerntet als im Vorjahr. Besonders große Knollen für Pommes könnten fehlen.

© Christoph Schmidt/dpa

Deutschlands Kartoffelernte fällt in diesem Jahr deutlich kleiner aus. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts werden 2026 rund 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Im vergangenen Jahr waren es noch knapp 13,9 Millionen Tonnen. Damit schrumpft die Erntemenge innerhalb eines Jahres um fast ein Viertel.

Knapp werden in diesem Jahr vor allem große Kartoffeln für die Pommes-Produktion. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie spricht von einer „deutlichen Verknappung“ großer Knollen. Fehlender Regen und Spitzentemperaturen von bis zu 40 Grad hätten Wachstumsschäden verursacht. Die Bestände litten deutlich unter der Trockenheit und seien teilweise bereits irreparabel geschädigt.

Das rückläufige Angebot zeigt sich nach Angaben des Verbands bereits in den Preisnotierungen am Kartoffelmarkt. Wird sich die kleinere Ernte auf den Preis im Supermarkt auswirken?

Für die Verarbeitung zählt nicht allein die Gesamtmenge. Pommes-Hersteller benötigen besonders große, längliche Kartoffeln, aus denen sich entsprechend lange Stäbchen schneiden lassen. Kleinere Knollen treffen die Pommes-Hersteller deshalb stärker, als es die reine Erntemenge vermuten lässt. Genau bei diesen großen Kartoffeln sieht der Branchenverband in diesem Jahr Engpässe.

Nach kleiner Ernte: Ministerium erwartet stabile Preise

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums startete die Pflanzung der Kartoffeln in diesem Jahr vielerorts verspätet und im Sommer folgten Hitze und Trockenheit. Der durchschnittliche Ertrag liegt deshalb nur bei rund 39 Tonnen je Hektar und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig haben die Landwirte ihre Kartoffelflächen kräftig reduziert: Rund 268.300 Hektar wurden 2026 bepflanzt, etwa elf Prozent weniger als im Jahr zuvor.

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Dass die Ernte deutlich kleiner ausfällt, bedeutet allerdings nicht automatisch höhere Preise im Supermarkt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium erwartet mittelfristig stabile Kartoffelpreise. Am Markt zeigt sich die knappere Ernte dennoch bereits: Branchenbeobachter stellten Ende August fest, dass der übliche saisonale Preisrückgang bei Speisekartoffeln ins Stocken geraten war.

Starker Rückgang der Kartoffeln nach Rekordernte 2025

2025 hatten die deutschen Bauern mit rund 13,9 Millionen Tonnen die größte Kartoffelernte seit rund 25 Jahren eingefahren. Das große Angebot setzte die Erzeugerpreise massiv unter Druck; überschüssige Kartoffeln landeten teilweise in Biogasanlagen. In diesem Jahr reagierten zahlreiche Betriebe darauf und bauten weniger Kartoffeln an.

Der Rückgang fällt allerdings auch deshalb so drastisch aus, weil die Vergleichsbasis außergewöhnlich hoch ist. Schon 2024 lag die Ernte mit rund 12,7 Millionen Tonnen deutlich über dem diesjährigen Niveau; 2025 stieg sie nochmals auf knapp 13,9 Millionen Tonnen.

Hinzu kamen die Wetterextreme: In Bayern berichteten Landwirte bereits im Sommer von kleineren Knollen und deutlichen Ertragseinbußen. Auch aus Sachsen und Thüringen wurden unterdurchschnittliche Erträge gemeldet.

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