DDR-Kunstgeschichte

Die Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß im Potsdamer Minsk: gemalte und gebrannte Opposition

Erdstoff, Farbe, Ungehorsam: Im Potsdamer Minsk lebt das Credo der legendären Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß, Prenzlauer Berg, auf. Kunst lässt sich von keiner Macht zensieren.

7 Min
So aufgeräumt war es in der echten Werkstatt natürlich nie: Blick in die Ausstellung mit der musealen, damit überaus akkuraten Version der Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß

So aufgeräumt war es in der echten Werkstatt natürlich nie: Blick in die Ausstellung mit der musealen, damit überaus akkuraten Version der Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß

© Sammlung Herrmann/Killisch; Sammlung Wilfriede Maaß; Loock Galerie, Berlin/Jens Ziehe

Im Potsdamer Minsk ist ein Credo zu erleben. Die Idee von Form, Farbe, Bild. Und Widerstand: Kunst aus der legendären Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß. Das war expressive, wilde, gestische Malerei auf Ton-Gefäßen und Skulpturen.

Zu DDR‑Zeiten war diese Bildsprache, die zurückreicht bis in die Jungsteinzeit, die einst Expressionisten in Deutschland nach 1905 inspirierte und ebenso Picasso in Frankreich oder in Spanien Míro, eine Art des Ungehorsams gegen das Konservative. Gegen Dogmen.

Im Falle der Keramikwerkstatt in Prenzlauer Berg, Ost-Berlin, ging’s gegen das Dogma Sozialistischer Realismus. Der blieb außen vor in der kreativen Nische mit Töpferscheibe und Töpfertischen bei der Meisterin Wilfriede Maaß in der Schönfließer Straße 21.

Ihre Werkstatt war zum Refugium der „Andersdenkenden“ geworden, zum Treff einer alternativen Kunstszene. Von Leuten mit Ausreiseantrag in den Westen und ohne. Die einen hielt nichts mehr im Osten, die anderen blieben, mutig, zäh und stur.

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