Deutschland startet mit Spätsommerwärme in den Oktober: Am Oberrhein und in der Pfalz erwartet der Deutsche Wetterdienst in den ersten Tagen bis zu 24 Grad. Meteorologen sehen allerdings immer mehr Modellläufe, in denen das Hoch ab Mitte des Monats zusammenbricht. Kippt die Lage, fallen die Höchstwerte binnen weniger Tage um bis zu 15 Grad, auf den höchsten Gipfeln sind dann erste Flocken möglich.
Bis 10. Oktober: Das Blockadehoch hält den Herbst draußen
Ein kräftiges Blockadehoch über Mittel- und Nordeuropa lässt die Tiefs vom Atlantik abprallen. Der Meteorologe Dominik Jung rechnet laut t-online damit, dass es etwa bis zum 10. Oktober das Wetter bestimmt.
Es ist dasselbe Hoch, das Ende September am Oberrhein 30 Grad gebracht hat.
Einen ersten Kratzer bekommt das Hoch schon am Donnerstag (1. Oktober): Dann greift eine Gewitterfront auf den Westen über, die Modellrechnungen sehen sie am Nachmittag etwa westlich einer Linie Hamburg–Ulm.
Im Nordosten, von Mecklenburg-Vorpommern über Berlin bis nach Ostbayern, bleibt es laut DWD auch am Freitag überwiegend heiter.
Wo Gewitter drohen, zeigt der DWD kreisgenau auf wettergefahren.de und in der App Warnwetter.
12. oder 13. Oktober: Dann könnte die Kaltluft kommen
Ab Mitte Oktober verliert das Hoch in immer mehr Rechnungen an Kraft. Entweder finden die Atlantiktiefs zurück nach Mitteleuropa, oder ein Höhentrog stößt von Skandinavien nach Süden vor und schiebt deutlich kältere Luft heran.
Die zweite Variante wäre der eigentliche Wettersturz. Einzelne Läufe bringen die Kaltluft schon um den 12. oder 13. Oktober, andere halten das Hoch deutlich länger. Eine Verschiebung um mehrere Tage gilt als möglich.
Kommt der Kälteschub, geht es schnell. Statt 23 bis 25 Grad wären nach einer Auswertung des Wetterdienstes Meteored nur noch 10 bis 15 Grad drin, bei Dauerregen weniger.
Hinter einer Kaltfront dreht der Wind dann auf Nord. Statt Luft aus Südeuropa strömt Meeresluft aus dem Nordmeer ein.
Ab 1000 Metern: Schnee auf Brocken und Feldberg möglich
Oberhalb von etwa 1000 Metern hält Jung dann erste Flocken oder Graupel für realistisch. Infrage kämen der Feldberg im Schwarzwald, der Fichtelberg im Erzgebirge, der Brocken im Harz und der Große Arber im Bayerischen Wald.
Mit einer Schneedecke rechnet er nicht, eher mit einem kurzen weißen Hauch. In den Alpen ist Neuschnee deutlich wahrscheinlicher, im Flachland spielt Schnee vorerst keine Rolle.
Spürbarer wäre der Frost. In der zweiten Oktoberhälfte steigt die Gefahr von Bodenfrost und ersten Nachtfrösten, vor allem im Osten und Süden. Frostempfindliche Kübelpflanzen sollten spätestens dann ins Haus.
Volles Laub, trockene Böden: Warum schon Böen gefährlich werden
Unterschätzt wird oft der Wind. Viele Bäume tragen im Oktober noch Laub und sind nach dem Dürresommer geschwächt. Schon gewöhnliche Sturmböen können dann Äste abreißen oder Bäume umwerfen, warnt Jung.
Wie wenig belaubte Bäume aushalten, zeigte der Oktober 2015. Damals fiel Mitte des Monats so viel Schnee, dass die Bahn vereinzelt den Verkehr einstellen musste, weil Bäume der Last nicht standhielten, erinnert wetter.com.
Zugleich fehlt Regen. Bis etwa zum 10. Oktober dürfte er vielerorts ausbleiben, danach könnte der Süden spürbar Nachschub bekommen. Der Norden geht wohl leer aus.
Der Umschwung würde den Sommer im Oktober beenden. Die Trockenheit im Norden beendet er nach den aktuellen Rechnungen nicht.
Sicher ist auch das nicht: Das europäische Modell ECMWF rechnet den Oktober vor allem im Süden zu nass, das amerikanische NOAA-Modell insgesamt zu trocken.
Goldener Oktober oder Kälteeinbruch? Das sagen die Modelle
Ein großer Teil des möglichen Absturzes wäre keine echte Kälte. Für Mitte Oktober sind Höchstwerte um 13 bis 15 Grad normal, betont Jung. Nach dem warmen Monatsstart dürfte sich der Sturz trotzdem härter anfühlen, als er ist.
Blockadelagen halten sich zudem oft zäher, als die Modelle zunächst berechnen. Ein langer goldener Oktober bleibt deshalb genauso im Rennen wie der Kälteeinbruch.
Selbst mit Wettersturz dürfte der Oktober 2026 in der Bilanz um ein bis zwei Grad zu warm ausfallen, so die Einschätzung derselben Meteored-Auswertung.
Schicksalstag am Donnerstag: Laut Bauernregel entscheidet dieser eine Tag über den ganzen Oktober
Ab 11. Januar: Diese Banken dürfen Deutschen kein Konto mehr anbieten
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]