Drogenpolitik

Nach Xi-Besuch in Washington: China verschärft Kontrollen bei synthetischen Opioiden

Peking setzt damit Ergebnisse der jüngsten Gespräche mit den USA um. Ein UN-Bericht spricht von einem beispiellosen Anstieg neuartiger synthetischer Drogen weltweit.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
China führt neue Stoff- und Exportkontrollen für synthetische Opioide und Fentanyl-Vorprodukte ein.

China führt neue Stoff- und Exportkontrollen für synthetische Opioide und Fentanyl-Vorprodukte ein.

© Monika Skolimowska/dpa

An diesem Donnerstag tritt in China eine deutliche Ausweitung der staatlichen Kontrolle über künstlich hergestellte Opioide in Kraft. Von diesem Tag an fällt die gesamte Gruppe der sogenannten Orphine unter das nationale Verzeichnis für Betäubungs- und psychotrope Stoffe, die nicht als Arzneimittel zugelassen sind. Das geht aus einer behördlichen Bekanntmachung hervor.

Orphine sind eine Gruppe synthetischer, also im Labor erzeugter Schmerzmittel, die ähnlich wirken wie Morphin oder Fentanyl. Die neue Regel erfasst nicht nur einzelne Substanzen, sondern alle Stoffe, die chemisch eng mit zwei Ausgangssubstanzen verwandt sind.

Damit sollen auch bislang unbekannte Abwandlungen abgedeckt werden, die Hersteller durch geringfügige Änderungen an der Molekülstruktur erzeugen können. Ausnahmen sind möglich, wenn ein Stoff nachweislich in der Medizin, in der Industrie oder in der Forschung gebraucht wird.

Fentanyl-Vorprodukte im Visier

Bereits seit dem 22. September gelten außerdem strengere Regeln für die Ausfuhr von zwei chemischen Vorprodukten, aus denen sich Fentanyl herstellen lässt. Wer diese Stoffe in die USA, nach Mexiko oder Kanada liefern will, braucht dafür eine staatliche Genehmigung.

Für Ausfuhren in andere Länder ist keine Genehmigung nötig. Strengere Regeln gelten aber weiterhin für bestimmte Lieferungen nach Myanmar, Laos und Afghanistan.

Die Schritte stehen im Zusammenhang mit den jüngsten Gesprächen zwischen China und den USA über den Handel mit Fentanyl. Peking hatte die neuen Ausfuhrkontrollen unmittelbar vor beziehungsweise zu Beginn des Besuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington angekündigt.

Xi Jinping und Donald Trump am Südportikus des Weißen Hauses während des Staatsbesuchs.

Xi Jinping und Donald Trump am Südportikus des Weißen Hauses während des Staatsbesuchs.

© Pool/ABACA/imago

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Fentanyl ist ein sehr stark wirkendes künstliches Schmerzmittel und trägt in den USA seit Jahren zu einer hohen Zahl an Drogentoten bei. Nach endgültigen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC starben 2024 rund 79.400 Menschen an einer Überdosis, in gut 47.700 Fällen waren synthetische Opioide wie Fentanyl beteiligt. Für 2025 rechnet die CDC mit einem deutlichen Rückgang auf etwa 70.000 Überdosistote, darunter gut 38.000 Todesfälle mit synthetischen Opioiden.

Washington fordert von Peking seit Längerem, die Ausfuhr der chemischen Grundstoffe stärker einzudämmen. Sie gelangen häufig über Mexiko in illegale Fabriken.

Trend zu synthetischen Drogen

Auch international nimmt der Konsum synthetischer Rauschgifte zu. Das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hatte in seinem im Juni veröffentlichten Weltdrogenbericht von einem beispiellosen Anstieg neuartiger synthetischer Substanzen gesprochen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP nannte der Bericht Fentanyl als Beispiel für Stoffe, die wirksamer und gefährlicher seien als bisherige Substanzen. Zudem könnten Produzenten durch neue Varianten bestehende Vorschriften und Verbote umgehen.

Fentanyl gewinne auch als Ersatz für Heroin an Bedeutung, weil die afghanischen Taliban den Anbau von Schlafmohn weitgehend unterbunden hätten.

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