Bahnstrecke

ICE-Strecke Berlin–Hannover ab Freitag gesperrt: Die Quittung für den Sparwahn der 90er-Jahre

Die Betontrasse muss nach nicht mal drei Jahrzehnten in Teilen abgebrochen werden. Das Nachbargleis wird als Umfahrung nicht rechtzeitig fertig. Folge für die Fahrgäste: 14 Monate Umwege und Ersatzverkehr.

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Mit Tempo 250 von Berlin nach Hannover: Ein ICE ist auf der Schnellfahrstrecke unterwegs. Am 1. Oktober 2026 endet der Betrieb.

Mit Tempo 250 von Berlin nach Hannover: Ein ICE ist auf der Schnellfahrstrecke unterwegs. Am 1. Oktober 2026 endet der Betrieb.

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Zukunft wird wunderbar. Künftig sollen Züge mit Tempo 300 von Berlin nach Hannover fahren, bekräftigte die Deutsche Bahn (DB). Doch die Gegenwart ist grau, denn die Schnellfahrstrecke muss nicht einmal drei Jahrzehnte nach der Eröffnung 14 Monate lang saniert werden. Die Reisenden müssen ausbaden, dass in den 1990er-Jahren zu viel gespart wurde. 2028 drohen erneut Sperrungen – etwa in Berlin-Spandau.

2,7 Milliarden Euro hat das Bundesunternehmen Bahn für die Korridorsanierung eingeplant, die an diesem Freitag beginnt. Ein Erneuerungs- und Ausbauvorhaben der Superlative, sagte Wolfgang Weinhold, Programmleiter Korridorsanierung der DB InfraGO. „Mit 227 Kilometern ist es das längste Projekt dieser Art“, sagte der Ingenieur.

Die Folgen für die Fahrgäste sind gravierend: ICE-Züge zwischen Berlin und Hannover, Köln sowie Amsterdam werden umgeleitet. Sie sind rund 80 Minuten länger unterwegs. 160 Busse ersetzen die Regionalzüge – harte Zeiten für Pendler. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden ganze Regionen lange abgehängt. Auch das dürfte ein Rekord sein.

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