Der Berliner Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (Die Linke) verlässt den Innenausschuss des Deutschen Bundestages. Das teilte der Politiker am Mittwochnachmittag in einer Serie von neun Beiträgen auf der Plattform X mit. Er wolle, dass seine Fraktion ihre Arbeit in dem Gremium „unbelastet von der Debatte um meine Person“ fortsetzen könne, schrieb Koçak. Seine Kollegen sollten nicht zusätzlich durch Angriffe auf ihn belastet werden.
Auslöser der Debatte ist ein Chatverlauf mit einem Mitglied der Familie Remmo. Firas Remmo, Sohn des Berliner Clan-Oberhauptes Issa Remmo, hatte nach der Wahlparty der Linken im Festsaal Kreuzberg einen Chat vom 17. Februar auf Instagram veröffentlicht. Darin lässt Koçak dem Vater Grüße ausrichten und bittet den Sohn, das Video einer seiner Bundestagsreden zu verbreiten. In dieser Rede hatte Koçak kritisiert, dass Menschen allein aufgrund ihres Nachnamens pauschal mit Clankriminalität in Verbindung gebracht würden. Koçak bestätigte, dass die Nachrichten echt sind.
Bereits in der Woche nach der Abgeordnetenhauswahl hatte er sich auf X entschuldigt und erklärt, ihm sei anfangs nicht klar gewesen, mit wem er schreibe. Linke-Co-Fraktionschef Sören Pellmann kündigte daraufhin an, Koçak ziehe sich bis zur vollständigen Aufklärung zurück, nehme nicht an Sitzungen des Innenausschusses teil und trete nicht öffentlich auf. Die Unionsfraktion hatte gefordert, ihn umgehend aus dem Ausschuss abzuziehen. Auch aus den Reihen der Grünen kam scharfe Kritik – und das mitten in den Berliner Sondierungen über eine mögliche rot-grün-rote Landesregierung.
Bundestag
„Naiv und überfordert“: Ferat Koçak räumt „Fehler“ nach Remmo-Eklat ein
Teile der Debatte seien verletzend, teilte Koçak mit – und gab zugleich bekannt, seinen Sitz im Innenausschuss abgeben zu wollen. Auslöser war ein umstrittener Gast auf der Wahlparty der Linken.
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Ferat Koçak verlässt den Innenausschuss.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
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