Zwei Spiele, noch kein Sieg: Jürgen Klopp steht am Donnerstagabend (20.45 Uhr) gegen Serbien vor seinem dritten Spiel als Bundestrainer. Einer, der den neuen DFB-Coach aus dessen Dortmunder Zeit bestens kennt, warnt nun die etablierten Nationalspieler: Bei Klopp schützt auch ein großer Name nicht vor Konsequenzen.
Nach dem 1:1 zum Auftakt in den Niederlanden und der 0:1-Niederlage gegen Griechenland geht es für die deutsche Nationalmannschaft in München diesmal gegen Serbien. Während Klopp mit einem weitgehend neu zusammengestellten Kader weitere Spieler testen will, kennt Neven Subotic die andere Seite des Klopp-Prinzips aus eigener Erfahrung.
Subotic hat Klopp sieben Jahre in Dortmund erlebt
Der ehemalige Verteidiger des 1. FC Union Berlin weiß ziemlich genau, wie Klopp solche Entscheidungen trifft. Zwischen 2008 bis 2015 spielte der Innenverteidiger unter Klopp bei Borussia Dortmund und erlebte dort, dass auch große Namen keinen Schutz bieten. „Die etablierten Spieler würde ich warnen, dass ihnen ihr großer Name bei Klopp nicht viel bringen wird“, erzählte Subotic im kicker.
Er hat dabei konkrete Erfahrungen aus seiner Dortmunder Zeit vor Augen. Klopp habe damals sogar „Top-Spieler aussortiert, wenn sie in seinen Augen die Teamdynamik störten oder den Fußball, der ihm vorschwebte, nicht umsetzen konnten oder wollten“. Auf die Reaktion im Umfeld habe er dabei keine Rücksicht genommen. „Und zwar völlig egal, wie das rund um den Klub ankam“, so Subotic.
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Genau darin sieht der 37-Jährige eine der größten Stärken seines früheren Trainers: Klopp habe „ein starkes Rückgrat“ und baue „ein klares Konstrukt – und das extrem konsequent“.
Für die Nationalspieler bedeutet das aus Subotics Sicht vor allem eines: Sie müssen sich in Klopps Fußball einordnen. „Es ist die Leistung, die bei ihm zählt. Die Intensität, die man auf den Platz legt. Die Konsequenz, mit der man seinen Matchplan umsetzt. Und der ausgeprägte Teamgeist“, erklärt Subotic. Entscheidend sei, „dass man nicht sein eigenes Ding dreht, sondern sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt“.
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Gerade für etablierte Kräfte könne das eine Herausforderung werden. Gleichzeitig sieht Subotic in Klopps Ansatz eine große Möglichkeit für die Nationalmannschaft. Wenn Deutschland „mit Haut und Haaren zu einem echten Klopp-Team“ werde, könne man mit dessen Fußballidee viel erreichen. „Wenn die Basics stimmen, kann man mit seiner Fußball-Idee jeden schlagen“, sagt Subotic.
Den zahlreichen Neulingen in Klopps Kader gibt er einen anderen Rat: Sie sollen sich auf die neue Situation einlassen. „Habt Spaß, gebt Gas, hört zu, was er von euch möchte, und versucht das bestmöglich umzusetzen – mit ganzem Herzen.“
Neven Subotic absolviert 23 Spiele für Union
Dabei dürften auch Fehler passieren. Klopp achte sehr genau darauf, wie ein Spieler damit umgeht, meint Subotic. „Wenn ihr Fehler macht, macht weiter.“ Der Umgang mit Fehlern zeige für Klopp viel über den Charakter.
Subotic kennt diese Arbeitsweise aus eigener Erfahrung. Unter Klopp wurde er in Dortmund zum Leistungsträger und gewann zweimal die deutsche Meisterschaft sowie den DFB-Pokal. 2019 kam er als erfahrener Innenverteidiger zu Union Berlin. In seiner einzigen Saison für die Köpenicker absolvierte er 23 Bundesliga-Spiele und erzielte ein Tor.
Nun beobachtet Subotic, wie Klopp seine Prinzipien auf die Nationalmannschaft überträgt. Seine Botschaft an die etablierten Spieler ist dabei unmissverständlich: Der große Name ist bei Klopp kein Freifahrtschein.
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