Wer diese Nachricht liest, schaut unwillkürlich auf den Kalender. Doch es ist der 1. Oktober und nicht der 1. April, und so nimmt Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Rathaus Münster tatsächlich den Westfälischen Friedenspreis entgegen. Geehrt wird offiziell das transatlantische Militärbündnis, Rutte darf als dessen Gesicht gleich mitglänzen. Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. So weit, so verrückt.
Ausgerechnet dort also, wo 1648 nach drei Jahrzehnten Gemetzel ein Frieden ausgehandelt wurde, mit Geduld, Gesandten und Tinte statt mit Marschflugkörpern und Drohnen, wird dieses Jahr sinnbildlich eine Organisation geadelt, die sich in ihrer Geschichte nicht immer mit Ruhm bekleckert hat, dafür aber gelegentlich mit Vinylchlorid.
Kommentar
Nato erhält Friedenspreis: Ein Hoch auf die Kriegstüchtigkeit – und die eigenen Kriegsverbrechen
Der Westfälische Friedenspreis geht an ein Militärbündnis, und das ist kein Scherz. Willkommen in der kriegstüchtigen Aufrüstungsgesellschaft, in der Krieg Frieden ist.
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Erst zur Truppe, dann zum Friedenspreis. Bundeskanzler Friedrich Merz, Jurymitglied und Laudator, mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster.
© imago
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