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Pflegereform 2027

Pflegereform auf Kosten Kinderloser: So darf die Regierung das Finanzloch nicht stopfen

Kinderlose sollen stärker für die Pflegeversicherung zahlen. Doch ein strukturelles Finanzloch darf der Staat nicht auf ihre Kosten stopfen. Ein Kommentar.

Katharina Erschov
Katharina Erschov
4 Min
Laut Statistischem Bundesamt wird ein Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland durch ihre Angehörigen gepflegt.

Laut Statistischem Bundesamt wird ein Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland durch ihre Angehörigen gepflegt.

© IMAGO

Der Pflegeversicherung fehlt Geld. Einen Teil der Lücke sollen nun ausgerechnet Kinderlose schließen – darunter junge Erwachsene, die noch Jahrzehnte lang Beiträge zahlen werden.

Für sie steigt der Zuschlag zur Pflegeversicherung nach dem jüngst vom Kabinett beschlossenen Entwurf zum 1. Januar 2027 um 0,3 Prozentpunkte: von derzeit 0,6 auf 0,9 Prozent.

Bei einem Bruttolohn von 4000 Euro läge der eigene Pflegebeitrag für Kinderlose ab 2027 bei 108 Euro im Monat. Gegenüber heute sind das zwar nur zwölf Euro mehr. Über mehrere Jahre summiert sich die Belastung aber deutlich: Wer – wie im Entwurf vorgesehen – ab dem 23. Lebensjahr den Kinderlosenzuschlag zahlt und mit 30 sein erstes Kind bekommt, hat bis dahin mehr als 1000 Euro zusätzlich in die Pflegeversicherung gezahlt.

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