Im Jahr 1991 setzte sich Hape Kerkeling als avantgardistischer Sänger vor ein Kulturpublikum und sang zu dramatischem Klavier ein Lied, das im Wesentlichen aus dem Wort „Hurz!“ bestand. Das Publikum lachte nicht. Es lauschte andächtig, applaudierte und diskutierte anschließend ernsthaft über die Bedeutung des Gehörten. Der Sketch gehört zu den klügsten Momenten des deutschen Fernsehens, weil seine Pointe nicht auf der Bühne lag, sondern im Saal: Niemand wagte zuzugeben, dass er nichts verstanden hatte. Die Angst, als unkultiviert zu gelten, war stärker als der gesunde Menschenverstand.
Meinung
„Hurz“ im Plenarsaal: Kerkelings Promi-Pathos ersetzt nicht das Verfassungsrecht
Wie Kerkeling die KPD-Geschichte seines Opas zur Kronzeugenschaft umdeutet – und weshalb ein Plenarsaal kein Raum für eine Bewerbungsrede als Bundespräsident sein sollte.
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Hape Kerkeling bei der mündlichen Anhörung zum AfD-Verbot: „Kerkeling hat diesen Abend auch als eigene Nummer begriffen“, findet unser Autor.
© Sascha Fromm/Imago
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