Die Energiekonzepte Deutschland GmbH (EKD) steckt in der Insolvenz. Die Firma aus Leipzig gehörte hierzulande zu den größeren Anbietern, die Solaranlagen an Privathaushalte verkaufen. Nach eigener Darstellung hat sie bislang mehr als 45.000 Anlagen montiert.
EKD hat am Freitag, 2. Oktober, beim Amtsgericht Leipzig die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Unternehmenssprecherin Julia Neuer bestätigte den Schritt. Der Betrieb geht laut Firma vorerst ohne Einschränkungen weiter.
Betroffen sind etwa 340 Beschäftigte. Das Insolvenzgeld sichert ihre Löhne und Gehälter ab.
Pemberton schießt kein Geld mehr zu
Ausschlaggebend war die Haltung des Eigentümers. Das Londoner Investmenthaus Pemberton wird kein zusätzliches Geld in EKD stecken. Fonds, die Pemberton berät, hatten sich Ende 2024 auf den Kauf geeinigt, vollzogen wurde er 2025. Anschließend erneuerte der Investor nach eigenen Angaben die Führungsspitze und leitete tiefgreifende Sanierungsschritte ein. Christian Arnold steht seither an der Spitze des Unternehmens. Bereits im Vorjahr waren Stellen weggefallen.
Pemberton hält diese Schritte für unzureichend. Weil das Geschäft mit privaten Photovoltaikanlagen weiter schrumpfe, trage das bisherige Modell nicht mehr. Das Investitionskomitee entschied daher, kein Kapital nachzuschießen. Die Insolvenzanträge erstrecken sich auf sieben Gesellschaften der Gruppe.
Rasanter Aufstieg seit 2018
Gründer Mathias Hammer fing 2018 in Leipzig mit einer Belegschaft von zwei Personen an. Zwei Jahre danach war die tausendste Anlage montiert. 2022 zählte das Unternehmen über 100 fest angestellte Beschäftigte und kooperierte mit Tausenden Handelsvertretern. Zuletzt unterhielt EKD mehr als 15 Standorte, unter anderem in Taucha bei Leipzig, und montierte eigenen Angaben zufolge monatlich über 1.000 Anlagen. Im Programm waren Photovoltaik, Stromspeicher, Wallboxen, Wärmepumpen sowie eigene Lösungen fürs Energiemanagement.
Neuer zufolge will die Geschäftsführung gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter einen Weg zur Sanierung finden. In den nächsten Wochen wird geprüft, ob EKD ganz oder in Teilen weitermachen kann: mit einem Investor, durch einen Umbau oder indem einzelne Bereiche verkauft werden.
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