Zeitkapsel

44 Jahre lag dieser Kinderbrief versteckt unter der Treppe – dann meldet sich die Verfasserin

Bei Umbauarbeiten in Essex fand ein Handwerker einen Brief von 1982 unter der Treppe. Per Facebook war die Autorin binnen einer Stunde gefunden.

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Ein Kind schreibt einen Brief (Symbolbild). Im englischen Essex ist ein Brief aufgetaucht, den eine Zehnjährige 1982 unter einer Treppe versteckt hatte.

Ein Kind schreibt einen Brief (Symbolbild). Im englischen Essex ist ein Brief aufgetaucht, den eine Zehnjährige 1982 unter einer Treppe versteckt hatte.

© Imago/Tim Schulz

Ein Handwerker öffnet in einem Haus im englischen Hockley die Verkleidung der Treppe. Im Hohlraum darunter liegt ein gefalteter Zettel.

Die Schrift in blauer Tinte ist erstaunlich ordentlich für ein Kind. Die erste Zeile lautet: „An einen Finder“.

Der Brief ist auf den 12. August 1982 datiert. Er lag damit länger in seinem Versteck, als die heutige Hausbesitzerin Michelle Harwood auf der Welt ist. Die 36-Jährige kam acht Jahre später zur Welt, wie sie der BBC erzählte.

Brief von 1982: Das schrieb die Zehnjährige

Die Verfasserin stellt sich formvollendet vor. Der Brief sei an diesem Tag hier „eingepflanzt“ worden, schreibt sie, unter der Regentschaft von Königin Elisabeth II. So gibt ihn das US-Magazin People wieder.

Danach erwähnt sie ihre Eltern und ihren Bruder. Einen Namen bekommt allerdings nur ein Familienmitglied, die Katze Kizzy.

Unterschrieben ist der Brief mit Rachel North. Harwood wollte wissen, wer das ist.

Suche per Facebook: Nach einer Stunde war die Autorin gefunden

Sie stellte ein Foto des Briefs in eine lokale Facebook-Gruppe. Selbst hielt sie das für einen Schuss ins Blaue.

Es dauerte keine Stunde. Mehrere Nutzer markierten eine Frau namens Rachel Miles. Das Mädchen von damals ist heute 54, trägt einen anderen Nachnamen und arbeitet als Lehrerin in Milton Keynes, rund 140 Kilometer entfernt.

Miles meldete sich noch am selben Vormittag und bestätigte, dass der Brief von ihr stammt. Laut dem Magazin kommentierte sie den Fund mit einem knappen „Lol“ und einem grinsenden Emoji. Ein Mann scherzte darunter, sein eigener Name sei ihr damals offenbar keine Erwähnung wert gewesen.

Zeitkapsel-Trend der 80er: Warum sie den Brief versteckte

Schuld ist das Kinderfernsehen. Zeitkapseln waren Anfang der 80er-Jahre in Großbritannien groß in Mode, erklärte Miles dem Sender. Vorbild war die BBC-Kultsendung „Blue Peter“.

Deren Moderatoren hatten schon 1971 eine Zeitkapsel vor dem Londoner Fernsehzentrum vergraben. Als sie im Jahr 2000 geborgen wurde, war sie ordentlich durchweicht.

Rachel wählte das klügere Versteck. Ihr Vater hatte den Hohlraum unter der Treppe entdeckt, die Tochter nutzte die Gelegenheit. Sie habe einfach einen Brief an die Zukunft abschicken wollen, sagte sie. Dass ihn tatsächlich jemand gefunden hat, freue sie sehr.

Am meisten überraschte sie ihr jüngeres Ich. „Ich konnte meine Handschrift kaum glauben“, sagte Miles.

Katzenklappe erklärt: Die Parallelen im Haus in Hockley

Die Siedlung Betts Farm Estate war damals noch eine Baustelle, auf der Rachel mit Freunden spielte. Die Harwoods wohnen seit elf Jahren in dem Haus.

Harwood fielen überraschende Parallelen auf. Miles wurde in Bury St Edmunds geboren, ganz in der Nähe des Ortes, an dem Harwoods Mann Jonathan aufwuchs.

Beide Familien hielten in dem Haus eine Katze. Damit ist auch geklärt, warum an der Hintertür schon eine Katzenklappe eingebaut war, als die Harwoods einzogen.

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Fund unter der Treppe: Der Brief hängt jetzt am Kühlschrank

Beim Lesen der ersten Zeile habe sie sofort Gänsehaut bekommen, sagt Harwood. Den Zettel hat die Familie inzwischen an ihren Kühlschrank geklebt.

Miles freut sich über die vielen vertrauten Namen aus ihrer alten Gegend. Am meisten amüsiert sie, dass ausgerechnet Kizzy als Einzige namentlich im Brief steht. Die Katze sei damals eine Legende im Viertel gewesen.

Nach 44 Jahren ist sie es wieder.

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