Agententätigkeit

Ex-BND-Chef Hanning wegen Spionageverdachts festgenommen

Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen mutmaßlicher landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchtem Landesverrat und geheimdienstlicher Agententätigkeit.

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Gegen den früheren BND-Präsidenten Hanning wird wegen Spionage-Verdacht ermittelt.

Gegen den früheren BND-Präsidenten Hanning wird wegen Spionage-Verdacht ermittelt.

© Sven Simon/Imago

Wie der Generalbundesanwalt mitteilt, ist der ehemalige BND-Chef August Hanning wegen Spionageverdachts festgenommen worden.

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen den früheren Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) wegen des Verdachts auf landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchten Landesverrats und geheimdienstlicher Agententätigkeit.

Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den 80-jährigen Hanning am frühen Morgen in seinem Wohnhaus in Nordwalde bei Münster fest. Parallel verhafteten Ermittler in Bayern einen weiteren ehemaligen hochrangigen BND-Mitarbeiter, Manfred D. Dieser war früher Büroleiter Hannings und bis Frühjahr 2026 für den Dienst tätig. Gegen ihn richtet sich der Vorwurf der Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung.

Zugleich haben dort sowie in Berlin Durchsuchungen von Räumlichkeiten der Beschuldigten begonnen.

Manfred D. soll seinen früheren Vorgesetzten bis mindestens 2022 gegen Bezahlung mit streng geheimen Informationen aus dem BND versorgt haben. Hanning soll aus diesem Material in mindestens einem Fall eine Sicherheitsanalyse für einen fremden Nachrichtendienst erstellt haben. In einem weiteren Fall soll Hanning Erkenntnisse aus internen BND-Dokumenten in der Kommunikation mit einem ausländischen Agenten verwendet haben.

Spur führt über die Ermittlungen im Entführungsfall Block

Ins Visier der Sicherheitsbehörden geriet Hanning laut Sicherheitskreisen durch einen Zufallsfund. Im September vergangenen Jahres hatte das Landeskriminalamt Hamburg sein Haus und mehrere Büros durchsucht – auf der Suche nach Beweismitteln im Entführungsfall Block.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg beschuldigt die Steak-House-Erbin Christina Block, Ende 2023 im Rahmen eines Sorgerechtsstreits die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Hanning soll nach Darstellung der Ermittler in einen früheren Entführungsversuch verwickelt gewesen sein, was er bestreitet.

Bei der Auswertung des damals sichergestellten Materials stießen die LKA-Beamten den Recherchen zufolge auf einen elektronischen Datenträger mit brisantem Inhalt: Darauf sollen sich streng geheime BND-Dokumente aus der jüngeren Vergangenheit befunden haben, über die Hanning nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst nicht hätte verfügen dürfen. Hanning war von 1998 bis 2005 Chef des Bundesnachrichtendienstes.

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