Am Dienstagabend fühlte sich die SPD-Bundestagsfraktion berufen, der Wahl eines Landtagspräsidenten in Magdeburg eine historische Note zu verleihen. Angeführt von Verteidigungsminister Boris Pistorius zogen die Abgeordneten vom Reichstag zum Bebelplatz. Viele trugen das Grundgesetz vor sich her wie einen Schutzschild gegen womöglich anrückende Braunhemden.
Der Bebelplatz ist bekanntlich jener Ort, an dem die Nationalsozialisten im Mai 1933 Bücher verbrannten. Wer dorthin marschiert, meint es ernst, und zwar staatstragend ernst. Spätestens als Pistorius dort die Nationalhymne anstimmte, hätte selbst August Bebel vermutlich verlegen auf seine Schuhspitzen geschaut.
Kommentar
Nazi-Keule am Bebelplatz: Wie Pistorius den SPD-Protest gegen die AfD historisch überzieht
Gegen die AfD zu demonstrieren, ist legitim. Auch an historisch aufgeladenen Orten. Doch wenn Boris Pistorius die Nationalhymne anstimmt, kippt es ins Lächerliche.
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Staatstragend ernst: Boris Pistorius (M.) führt die SPD-Fraktion am Brandenburger Tor vorbei zum Bebelplatz.
© Kay Nietfeld/dpa
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