Unwetter

Hurrikan Isaias trifft Florida – Hunderttausende ohne Strom

Isaias hat an der US-Golfküste Dächer abgedeckt und die Energieversorgung unterbrochen. Auch im Landesinneren drohen gefährliche Überschwemmungen.

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Satellitenbild des Hurrikans „Isaias“, der sich der Golfküste von Alabama und Florida nähert.

Satellitenbild des Hurrikans „Isaias“, der sich der Golfküste von Alabama und Florida nähert.

© National Oceanic and Atmospheric Administration/AP

Der Hurrikan Isaias ist im Nordwesten Floridas auf Land getroffen und hat heftige Regenfälle und großflächige Stromausfälle ausgelöst. Wie das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) mitteilte, erreichte der Sturm am Freitag um 20.30 Uhr Ortszeit nahe Destin die Küste. Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern pro Stunde war Isaias zu diesem Zeitpunkt ein Hurrikan der Kategorie zwei auf der fünfstufigen Skala.

Nach dem Landfall schwächte sich Isaias auf Kategorie eins ab. Die Windgeschwindigkeit sank laut Reuters auf 150 Kilometer pro Stunde. Die Behörden warnten jedoch weiter vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und Sturzfluten. Der Wirbelsturm sollte über Alabama in Richtung Tennessee-Tal ziehen.

Dächer abgedeckt und Äste abgerissen

In Pensacola westlich von Destin deckte der Wind Dächer ab und riss Äste von Bäumen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Der Strom fiel aus. „Die Dinge fliegen sehr schnell durch die Luft und ich habe nie einen so schnellen Wind gesehen“, sagte der 40-jährige Regierungsangestellte Jonathan Ramos der Nachrichtenagentur in einem Hotel. Es sei „beängstigend“.

Rund 380.000 Stromkunden in Florida und mehr als 210.000 in Alabama waren laut Reuters ohne Versorgung. Für mehrere Küstenorte galten Evakuierungsanordnungen. Neben Florida riefen auch Alabama und weitere Bundesstaaten am Golf von Mexiko den Notstand aus.

Zwei Flughäfen im Nordwesten Floridas stellten nach Angaben von AFP ihren Betrieb ein. Das Büro von Floridas Gouverneur bestätigte die Einstellung kommerzieller Flüge am Flughafen Destin–Fort Walton Beach. Zahlreiche Schulen und Hochschulen blieben geschlossen oder passten ihren Betrieb an.

Öl- und Gasförderung unterbrochen

Auch die Energieindustrie war betroffen. Nach einem weiteren Reuters-Bericht wurden rund 72 Prozent der Ölproduktion und 59 Prozent der Gasproduktion im US-Teil des Golfs vorsorglich eingestellt. Beschäftigte wurden von 129 Förderplattformen evakuiert.

Isaias ist der erste Hurrikan der diesjährigen Atlantiksaison. Laut AFP hat das Klimaphänomen El Niño die Entwicklung von Hurrikans in diesem Jahr verzögert. US-Präsident Donald Trump sagte wegen des Sturms den Besuch eines Football-Spiels in Tuscaloosa in Alabama ab.

Die Gefahr reicht weit über die Küste hinaus. Nach Angaben von Associated Press werden am Wochenende in weiten Teilen des Südostens der USA heftige Regenfälle und mögliche Überschwemmungen erwartet. Bis Montag könnten auch Teile des Mittleren Westens und des Nordostens betroffen sein.

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