Polizeieinsatz

Blutige Attacke in Dresdner Straßenbahn: Zwei Männer nach Raub mit „spitzem Gegenstand“ verletzt

Erst raubten die Täter ihn aus, als er sie zur Rede stellen wollte, eskalierte die Situation. Ein 38-jähriger Mann und sein Begleiter wurden in der Nacht zum Montag mit einem „spitzen Gegenstand“ verletzt.

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Nach dem Angriff sichern Polizisten den Tatort – eine Straßenbahn der Linie 3 – ab: Zwei Venezolaner wurden verletzt.

Nach dem Angriff sichern Polizisten den Tatort – eine Straßenbahn der Linie 3 – ab: Zwei Venezolaner wurden verletzt.

© xcitepress

In einer Straßenbahn der Dresdner Linie 3 ist es am späten Sonntagabend zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit zwei Verletzten gekommen. Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, wurde ein 38-jähriger Venezolaner am Abend zum Opfer eines Raubes: Vier Täter entwendeten ihm seine Tasche und flüchteten anschließend in die Straßenbahn.

Der Bestohlene und sein 36-jähriger Begleiter, ebenfalls aus Venezuela, folgten der Gruppe in die Bahn. Als der 38-Jährige die mutmaßlichen Räuber auf Höhe der Haltestelle Albertplatz zur Rede stellen wollte, eskalierte die Situation.

Die Angreifer gingen laut Polizei mit einem spitzen Gegenstand auf die beiden Männer los und fügten ihnen Schnittwunden zu. Der erste Notruf ging demnach gegen 23.30 Uhr ein. Die Verletzten mussten ambulant versorgt werden. Die Täter konnten zunächst flüchten.

Reporter vor Ort berichteten von zahlreichen Blutspritzern in den Gängen, Eingangsbereichen und an den Innenwänden der Bahn sowie im Bereich der Haltestelle. Dort lagen zudem abgebrochene Bierflaschen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Inzwischen konnten zwei Tatverdächtige ermittelt und vorläufig festgenommen werden. Bei einem der Männer soll es sich um einen 19-jährigen Iraker handeln. Die Identität des zweiten jungen Mannes sei noch nicht zweifelsfrei geklärt, er werde derzeit erkennungsdienstlich bearbeitet, teilte ein Polizeisprecher mit. Auch zur Tatwaffe äußerte sich die Polizei zurückhaltend: „Ob es sich um ein Messer handelt, ist Bestandteil des Ermittlungsverfahrens“, so der Sprecher.

Messerangriffe in Sachsen auf Höchststand

Der Vorfall fällt in eine Entwicklung, die Sachsens Sicherheitsbehörden seit Monaten beschäftigt. Die Polizei verzeichnete im Jahr 2025 rund 1.506 Messerangriffe – also Straftaten, bei denen ein Messer gegen Menschen eingesetzt wurde. Das sind etwa 350 Fälle mehr als noch 2020.

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Bei den Tatverdächtigen entfielen laut Statistik 47,0 Prozent (717 Personen) auf deutsche Staatsbürger und 53,0 Prozent (809 Personen) auf nicht-deutsche Staatsbürger. Der überwiegende Teil der nicht-deutschen Verdächtigen wird vom sächsischen Innenministerium als Zuwanderer – also Asylbewerber, Flüchtlinge oder Geduldete – ausgewiesen.

Auch die breiter gefasste Kategorie der „Straftaten mit Messern“, zu denen etwa Nötigung und Bedrohung zählen, ist stark gestiegen. Allein von Juli bis einschließlich 31. Dezember 2025 wurden in Sachsen 1.277 solcher Taten registriert. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 1.072 Vorfälle, im zweiten Halbjahr 2024 noch 968 Fälle – ein Anstieg um 32 Prozent innerhalb eines Jahres. Schwerpunkte sind die Großstädte Leipzig mit 406 Fällen, Dresden mit 318 Fällen und Chemnitz mit 189 Fällen.

Offizielle Gesamtzahlen für das laufende Jahr 2026 will das sächsische Innenministerium erst im Frühjahr 2027 mit der nächsten Kriminalstatistik vorlegen.

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