Bauernregel

„St. Gallen lässt den Schnee fallen“: Was die Bauernregel für Freitag verspricht – und was davon eintrifft

Bauernregel zum Gallustag am 16. Oktober: Was „St. Gallen lässt den Schnee fallen“ bedeutet und wie gut die alte Regel 2026 laut DWD-Prognose passt.

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Feldhasen im Schnee: Laut Bauernregel lässt St. Gallus am 16. Oktober den ersten Schnee fallen – im Flachland bleibt es vorerst bei Regen. (Symbolbild)

Feldhasen im Schnee: Laut Bauernregel lässt St. Gallus am 16. Oktober den ersten Schnee fallen – im Flachland bleibt es vorerst bei Regen. (Symbolbild)

© Imago/Ralf Kistowski

„St. Gallen lässt den Schnee fallen“ – mit diesem Spruch kündigt der Volksmund für Freitag, den 16. Oktober, den ersten Wintergruß an. Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Gallustag zwar noch Nebel, Sonne und bis zu 22 Grad. Doch schon am Wochenende dreht der Wind auf Nord – und die alte Bauernregel bekommt eine echte Chance.

„St. Gallen lässt den Schnee fallen“: Was die Bauernregel verspricht

Der Gallustag ist einer der bekanntesten Lostage im Herbst. An solchen Tagen lasen Bauern früher das Wetter der kommenden Wochen ab. Die Botschaft des 16. Oktober war klar: Ab jetzt ist mit Schnee zu rechnen.

Am Freitag selbst hält sich das Wetter allerdings nicht daran. Zwischen Oberrhein, Donau und Elbe liegt morgens dichter Nebel, danach scheint vielerorts die Sonne. Meteorologe Dominik Jung rechnet im Gespräch mit t-online mit 17 bis 21 Grad, am Oberrhein mit bis zu 22.

Winterlich sind nur die Nächte, örtlich gibt es Bodenfrost. Aktuelle Nebel- und Frostwarnungen veröffentlicht der DWD auf seiner Warnkarte.

Bauernregel im Wetter-Check: Ab Samstag kommt der Gipfelschnee

Am Freitagabend erreicht eine Kaltfront den Nordwesten, so das Portal Meteozentrale. Danach strömt kühle Luft aus Skandinavien ins Land. Die Höchstwerte sinken laut Meteored auf 10 bis 14 Grad. Für Sachsen erwartet der DWD einen stark bewölkten Samstag mit zeitweisem Regen.

Die Kaltluft staut sich an den Alpen. Oberhalb von etwa 1500 bis 2000 Metern kann es ab dem Wochenende schneien. Im Flachland bleibt es bei Regen, auf Feldberg oder Fichtelberg sind einzelne Flocken möglich.

Mit einem Tag Verspätung trifft die Bauernregel also zu – zumindest im Hochgebirge.

Zehn Tage verrutscht: Der wahre Gallustag wäre der 26. Oktober

Dass der Schnee nicht pünktlich kommt, hat einen Grund. Mit der Kalenderreform von 1582 verschoben sich viele Lostage um zehn Tage. Die Bauern, die den Spruch prägten, meinten klimatisch also eher den 26. Oktober.

In den Alpen war der Winter ohnehin schneller. Schon Mitte September meldete das Portal wetter.net rund zehn Zentimeter Neuschnee auf der Zugspitze.

In der Nacht zum 9. Oktober schneite es oberhalb von etwa 1800 Metern erneut, am Morgen lagen dort einige Zentimeter. Die Messstation an der Zugspitze zeigte auf 2250 Metern am Mittwoch noch drei Zentimeter.

Den ersten Schnee bringt der Gallustag also nicht – den dritten vielleicht schon.

Kuh im Stall, Bär am Feuer: Woher die Gallus-Regel stammt

Der Spruch kommt aus der Heimat seines Namensgebers. Gallus, um 550 in Irland geboren, zog mit dem Mönch Kolumban an den Bodensee und blieb dort. Er starb an einem 16. Oktober in Arbon. Aus seiner Klause wuchs 719 das Kloster St. Gallen.

Der Legende nach holte ihm ein Bär Holz fürs Feuer und bekam dafür Brot. So zeigt ihn etwa eine spätgotische Figur im Dominikanermuseum Rottweil.

Im Engadin verbindet eine alte Regel den Tag mit dem Vieh im Stall und dem ersten Schnee. Mitte Oktober endete in den Bergen die Weidezeit. Im Flachland heißt es entsprechend: „Nach dem Sankt-Gallus-Tag nichts mehr im Garten bleiben mag.“

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Trockener Gallustag, trockener Sommer? Was die Regel für 2027 verrät

Der Gallustag soll sogar den nächsten Sommer verraten: „Gallus wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass.“ wetter.com hat nachgerechnet. Fielen am 16. Oktober mehr als zehn Liter Regen, folgte in drei von fünf Jahren ein zu nasser Sommer.

Für Freitag ist kaum Regen in Sicht. Laut Volksmund gilt dann: „Einem trockenen Gallustag ein trockener Sommer folgen mag.“ Einen Zusammenhang sehen Meteorologen dabei nicht.

Mit Wintervorhersagen hatte der Bauernkalender zuletzt wenig Glück. Nach dem sonnigen Michaelistag hätte schon am 13. Oktober der Winter kommen sollen. Gekommen ist der goldene Oktober.

Ob danach ein scharfer Winter folgt, hängt laut Bauernregel am Oktoberregen. Bis Mitte Oktober hat der Monat nach Jungs Angaben erst ein Drittel bis zwei Fünftel seines üblichen Niederschlags gebracht.

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